BEWERTEN
 

Scott Walker

»Tilt«

[Fontana / Mercury / VÖ: 21.10.2006 ]

Text: Autor unbekannt

In den Sechzigern Kopf der legendären WALKER BROTHERS, die mit Hits wie 'The Sun Ain't Gonna Shine Anymore' und 'Make It Easy On Yourself' zeitweise größeren Starruhm genossen als die BEATLES, zog sich der introvertierte SCOTT WALKER schon früh aus dem Rampenlicht in die totale Isolation zurück. Die Unmöglichkeit, sich der aufdringlichen Öffentlichkeit zu entziehen, trieb ihn mehrfach beinahe in den Selbstmord. Elf Jahre nach seinem 'Comeback'-Album 'Climate Of Hunter' durchbricht er mit 'Tilt' erneut die Mauer des Schweigens. Es ist ein finsteres, rätselhaftes, für diese Jahreszeit fast zu schweres, sakrales Werk geworden. Getragen von einer Theatralik, die nie aufgesetzt wirkt.

Stilvoll stillos im Sinne geschmackvoll entfernter verbindender Bezüge und nicht einzuordnender Zitate, voll erhabener Unmöglichkeiten. Was auf den ersten Blick gelegentlich geckenhaft aufgesetzt wirkt, zieht bei genauerem Hinhören gnadenlos in die Tiefe, in schwarze Abgründe, irgendwo zwischen barockem Glam und klassischem Drama. 'Tilt' ist betäubend und belebend zugleich. Der personifizierte Widerspruch. Eine Platte, die DAVID BOWIE, MARC ALMOND und JULIAN COPE vor Erfurcht erstarren lassen sollte.



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