BEWERTEN
 

Pram

»Sargasso Sea«

[too pure / RTD / VÖ: 04.09.1995 ]

Text: Autor unbekannt

Quo vadis, spaceman? Der nunmehr sechste Angriff des Quartetts aus Birmingham gegen vorherrschende klangliche Konventionen ist ein verhaltener, ganz nach König Ottos Maxime der kontrollierten Offensive, und das verwirrt. Straighter ist das vorliegende Album, natürlich 'straight' immer noch für PRAMsche Verhältnisse. In dem Sinne, daß hier auf disziplinierte Weise Instrumentalisten an einem Strang ziehen, die sich früher allzugern über das Absetzen vom anderen definierten. So geht die Rechnung mit dem Hauptaugenmerk auf Songwriting durchaus auf, allerdings oft auf Kosten der klanglichen Komponente sowie bekannter In-sich-Versunkenheit durch großzügige, minimalistische Improvisation, hier stellt sich diese oft nur im Rahmen des Songaufbaus ein.

PRAM haben die Raumanzüge offenbar abgelegt, womöglich weil man da drin so schwitzt und Probleme auf/bei der Toilette hat? Dementsprechend findet man schon auch mal ein etwas inspirationsloses Instrumental wie 'Crystal Tips' oder Unentschlossenheit wie in 'Crooked Tiles'. Bereits die Songtitel deuten darauf hin, 'Sargasso Sea', 'Sea Swells & Distant Shores' (dieses allerdings lotet im alten Space-Gewand alles aus, was ein einziger loop so hergibt - groß, ganz groß), 'Cotton Candy', statt mit physikalischen Gesetzen, Abteilung Schwerkraft, beschäftigen sie sich offenbar mit urbaneren Problemen, infolgedessen bläst Verdigris fast in jedem Stück in seine Trompete, fallen sowohl die Samples als auch der deutlich vernehmbare Baß zumeist bodenständiger aus, und letzterer hält das Gefüge erstmals richtiggehend zusammen. Auch die Grundstimmung trägt häufig entspanntere, beschwingte, manchmal fast fröhliche Züge wie im fantastischen 'Three Wild Georges', wenngleich mit 'Serpentine' wohl der Heuler des Jahres im Haus ist. Nichtsdestotrotz noch einmal ein großartiges Album, das man am besten alleine im trauten Kämmerlein genießen sollte, weil trotz allem noch genaues Hinhören verlangt wird, so man sich von der Atmosphäre wegtragen lassen will. Allerdings sind PRAM am Ende eines Pfads angekommen, 'Sargasso Sea' läßt bisherige Momente Revue passieren, ohne jedoch Intensität/Subtilität auf alte Weise zu erreichen und geht ziemlich in die Breite, was auch die Heterogenität des Albums (Seite 1 vs. Seite 2!) demonstriert.



Artikel kommentieren
 
  • Mehr Infos

  •  
Pram
Alle Artikel von Autor unbekannt
  • Diese User besitzen die Platte

  •  
 
 

Social Network Login




Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
 
 
  • WEITERE PLATTEN

  •  
  • » Pram - Dark Island
  • » Pram - Somniloqui
  • » Pram - Museum Of Imaginary Animals
  • » PRAM - Telemetric Melodies
  • » PRAM - The North Pole Radio Station
  • » Pram - Helium
 
  • ÄHNLICHE PLATTEN

  •  
 

Spalter: Platte und Film des Monats

Spalter: Platte und Film des Monats

Das Intro-Streitgespräch: Jeden Monat eine neue Platte, ein neuer Film und unterschiedliche Meinungen. [...mehr]

 

Spalter: Platte und Film des Monats

Spalter: Platte und Film des Monats

Das Intro-Streitgespräch: Jeden Monat eine neue Platte, ein neuer Film und unterschiedliche Meinungen. [...mehr]