BEWERTEN
 

Bushwick Bill

»Phantom Of The Rapra«

[RapALot / Noo Trybe / Virgin / VÖ: 26.06.1995 ]

Text: Autor unbekannt

Wenn man auf das bisherige Leben des Ex-GETO BOYS-Mitglieds BUSHWICK BILL zurückblickt, fallen vor allem tragische Momente auf, die abgesehen von seiner Wachstumsstörung von damit verbundenen unglücklichen Liebschaften über die psychische Bewältigung derselben mittels Alkohol bis zu seinem (sich selbst) ausgeschossenen Auge reichen. Eine vergleichbare Tragik findet sich ebenfalls wieder in der Geschichte des Phantoms der Oper. Wer aber nun erwartet, daß BUSHWICK BILL besonders gesteigerten Wert auf das Mitleid seiner Umwelt legt, sieht sich getäuscht. Statt dessen geht es ihm vor allem um Demaskierung und Offenlegung einer inneren Zerrissenheit. BUSHWICK BILL weiß, daß das Leben ihm eigentlich nur wenig bieten kann.

Die Geschichten, die er auf seinem zweiten Soloalbum erzählt, lassen einen wegen ihres Zwiespaltes zwischen Wahnsinn und Erkenntnis (s)eines Daseins erschaudern. Vorgetragen wird das Ganze von ihm mit einer Gleichgültigkeit, die für BUSHWICK ebenso endgültig wie unvermeidbar erscheint. Genau deshalb verweigert er sich das Mitleid der Hörer. Gleichzeitig entlarvt er Illusionen als falsche Ratgeber für zwischenmenschliche Beziehungen; das Tragen von Masken als Schutz vor der Wahrheit. Musikalisch ist die ganze Platte sehr getragen, dies unterstützt die negative Grundhaltung auf eine sehr dynamische (wenn man das so sagen kann) Weise. Traurig, aber wahr - sozusagen!



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