BEWERTEN
 

Last Poets

»Holy Terror«

[Ryko / RTD / VÖ: 01.01.1970 ]

Text: Autor unbekannt

Es mußte ja mal so kommen. Da steigen die Urgroßväter des Rap, die ehrwürdigen LAST POETS (immerhin 68er), aus der Gruft und zeigen dem ganzen jungen Gesocks, was eine Harke ist. Mit links. Wo sich auf jeder beliebigen kontemporären Rap-Scheibe minimale Sound-Ideen bis zum Erbrechen wiederholen, zeigen die POETS, daß es alles gar nicht so schlimm sein müßte. Zunächst einmal ist dem Sprechgesang Abioun Oyewoles und Ulmar Bin Hassans ein seelenvolles Engagement zu bescheinigen, was den meisten ultracoolen Machoposern abgeht. Musikalisch tut sich unendlich viel. Es gibt Anleihen aus Soul, Gospel, Funk, Jazz und Blues. A-cappella-Stücke und echte Gesangsparts lockern auf und bewahren vor der gefürchteten RAP-Monotonie.

Paradoxerweise beweisen die POETS damit, daß weniger manchmal doch mehr sein kann. Nie vergessen sie ihre afrikanischen Wurzeln - und klingen dennoch moderner als viele Zeitgenossen. Großen Anteil daran haben BILL LASWELL, BERNIE WORRELL und BOOTSY COLLINS, die das Unternehmen einfühlsam und zurückhaltend produzieren und begleiten. GRANDMASTER MELLE MEL ist als Gast dabei. Beschämend eigentlich, daß eine Scheibe, die Impulse für die Zukunft bietet, ausgerechnet von Oldtimern kommen muß.



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