BEWERTEN
 

The Marionettes

»Rise«

[Community / IRS]

Text: Autor unbekannt

Goth-Rock Revised. Nach ihrem 90er Debüt 'Ave Dementia' und dessen Nachfolger 'The Book of Shadows' ('93) bemühen sich die MARIONETTES sichtlich, ihrer so gemütlich eingerichteten Existenz als Zillo-Vorzeige-Gruftrocker zu entkommen. 'Klassischer Rock' ist dabei ein Begriff, den sie gerne zur Standortbestimmung gebrauchen - wenig aussagekräftig, gemeint ist damit aber in einem urenglischen Sinne das weite Feld zwischen den selbstbekundeten Vorbildern THE CULT und den GODFATHERS. Und diese Kehrtwendung tut ihnen gut, auch wenn 'Rise' noch immer etwas von dem theatralischen Gehabe und der Selbstmystifizierung anhaftet, das mich an dieser Band bisher immer störte. Die schwarzgefärbten Haare hat Sean Cronin gegen 'nen Ziegenbart eingetauscht, nur sein geliebtes Motorrad wird er wahrscheinlich nicht hergeben.

Man muß eben immer noch hart sein - so wollen es die Regeln des Rock'n'Roll eben. Und diese werden hier ohne Schnörkel und Veränderungen zelebriert - 'living on a knife edge' die dazugehörige Selbsteinschätzung aus dem Song 'I'. Die Produktion klingt ausnahmslos fett und druckvoll, mächtige Bassläufe plus ordentlich viel Feedback und Fuzz auf den Gitarren. Die Texte bleiben bestimmt durch große Bilder und Gesten, Macht und Tod, Unterwerfung und es gibt sogar eine Huldigung der einstigen Wirkungsstätte der MARIONETTES ('Monster (mother Hamburg)'). Songs wie das Titelstück 'Rise' oder 'Sickness' haben allein schon wegen ihrer ungeheuren Wucht und Intensität das Zeug dazu, 'klassische' Rockhits zu werden. Wir werden sehn.



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