BEWERTEN
 

Scatman John

»Scatman's World«

[RCA / BMG Ariola / VÖ: 10.07.1995 ]

Text: Autor unbekannt

Machen wir doch einfach mal den Test: 'Ski ba bop ba dop bop ...' - das bloße Lesen fällt schwerer als das Singen dieser Zeilen. So ist vielleicht am ehesten zu verstehen, wie der Jazzpianist und Sänger John Larkin, im Alltag chronisch stotternd, beim Singen klar artikulierte Hochgeschwindigkeitsreime wie den obigen problemlos meistert, zumindest solange sich diese in seiner 'Laut'-Sprache bewegen. Mr. Larkin ist als 53jähriger SCATMAN JOHN quasi über Nacht zum Um-die-Kreativität-kastrierten-Popstar geworden, und das ist oftmals ein tückischer (Gold- & Platin-)Status, wenn er denn so plötzlich kommt. Und in der Tat, das vorliegende Album läßt Erinnerungen an das berühmt-berüchtigte 'One Hit Wonder' zu.

Der Musik kommt - wie bei massenkompatiblen Chartthemen von jeher scheinbar Voraussetzung - kaum Gewichtung zu: Eingängige Popschemata werden durchgehend mit aktuellem Großraumdisco-Beat versehen und höchstens mittels sparsam eingebauter (und ob seiner musikalischen Papiere völlig unbefriedigender) Jazz-Standards aufgefrischt. Die Songs leben von Johns 'scattings' und seinem in den besten Momenten an YELLOs Dieter Meier erinnernden Sprechgesang, verkommen allerdings spätestens bei Balladen wie dem 'Song Of Scatland' zu seichten Peinlichkeiten. Textlich wird die Vision von 'Scatman's World' in einem 'Peace, Love & Happiness'-Stil verkörpert. SCATMAN JOHN entwickelt sich zum scattenden Märtyrer und treibt mir bei den ersten Step-Versuchen kalte Schauer über den Rücken in die Magengegend und fördert schließlich meine eigene Lautsprache zutage: 'I git i git i git ...!'



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