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»The Show, The After-Party, The Hotel«
[MCA / VÖ: 17.07.1995 ]
Text: Autor unbekannt
Der speziell in USA stark expandierende Markt hat es mit sich gebracht, daß es in den letzten 5 Jahren eine Un-Menge Swingbeat-orientierter Gruppen gab. In den Booklets läßt sich dann nachlesen, wie die süßen Jungs/Mädels mit Spitznamen heißen (falls man sie mal persönlich trifft), was ihr Sternzeichen ist (damit die Sterne nicht der Liebe im Weg stehen) und über welche Allergien sie verfügen (die Armen!). MCA verfügt über eine Menge Gruppen aus diesem Segment, aber auch gleichzeitig über den, prozentual gesehen, größten Anteil talentierter Acts.
Es wäre wirklich mal eine umfassende soziokulturelle Studie wert, weshalb JODECI eigentlich von Anbeginn ihrer Karriere mit so viel Props von der amerikanischen HipHop-Community überschüttet wurden.
Interessant auch, daß es auf dem Titeltrack ihrer '91er Debüt-LP 'Forever My Lady' noch hieß 'There Is Nothing More Precious/Than To Raise A Family' und heute - nach einem etwas weniger erfolgreichen Band-Tagebuch ('Diary Of A Mad Band') vor knapp einem Jahr - werden auf 'The Show, The After-Party, The Hotel' offensichtlich alle vorehelichen Versprechungen über den Haufen geworfen und der schnelle Sex nach der Show bzw. der Party vorgezogen!? Aber um es gleich mal vorwegzunehmen: DeVante, Mr. Dalvin, Jo-Jo und K-Ci sind zurück auf ihrem Erfolgskurs, denn auf ihrem neuen Album pulsiert - mehr denn je - der Street-Flava der aktuellen Eastcoast, natürlich nur soweit das den Leuten von 'SwingMob-Productions' recht und es mit den Image-technisch scheinbar immens wichtigen Interludes zu vereinbaren ist. Markenzeichen von JODECI ist noch immer die für Swingbeat-Verhältnisse tiefschürfende Ballade ('Let's Do It All'). Und auch wenn speziell bei den schnelleren Stücken die DR.DRE-Ära nicht gänzlich spurlos vorbeigezogen ist, so eröffnet sich dem Hörer mit den Up-tempo-Slammern 'Fun 2 Nite' (Querverweis: 'This Is Your Night, Tonight'), 'Bring On Da Funk', 'S-More' (mit ERIC B.-Backup) und dem unbeschwerten Midtempo-Sommer-Groove von 'Get On Up' eine vielleicht nicht revolutionär neue Dance-Musik, aber eine, die Dich mindestens den ganzen Sommer lang durch die Boxen und die Clubs verfolgen wird, ohne daß es Dir Kopfschmerzen bereitet - sondern eher zum lockeren Chillen animiert.
Ganz so erfolgreich sind SOUL FOR REAL noch nicht, aber die doppelten Gewinner der 'Apollo Amateur Night' verfügen über eine derart ehrliche, offene Art, die wahrhaft selten in diesem Geschäft ist. Ihre von Heavy D., Red Hot Lover Tone und den TrakMasterz produzierte ElPe 'Candy Rain' ist vielleicht auch nicht der geborene Mega-Seller, aber neben dem bereits ohrwurmigen Titelstück, welches gleichzeitig als Single ausgekoppelt wurde, zeichnet sich das ganze Werk durch seine unaufdringliche Art und Weise, das Thema Liebe in Swingbeat-Format umzusetzten, aus. Kein anzügliches 'Bumb&Grind', dafür mehr 'All In My Mind', und mit dem rein vokal-interpretierten WITHERS-Klassiker 'Ain't No Sunshine' sicher kein Genre-Novum, aber dafür wie im Fall der restlichen Aufnahmen eine sowohl stimmlich als auch musikalisch klare, schnörkellose Federführung. Und auch wenn dem 14jährigen Jason die Rolle des 'süßen, kleinen Nesthäkchens' zukommt, bestechen die vier Mitglieder der Dalyrimple-Familie mit genügend überzeugendem 'Soul for Real', der uns die Stunden zu zweit gleich noch mal mehr versüßt. Vollkommen ohne überhastetes Up-Tempo Ge-Humpe und mit einem erholsamen Pensum an (fast) zeitlosen Balladen läßt 'Candy Rain' nur die Frage offen, ob man bei zu häufigem Genuß davon möglicherweise Karies bekommen kann?
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