BEWERTEN
 

Sérgio Boré

»Tambores Urbanos«

[Soulciety / VÖ: 12.09.1995 ]

Text: Autor unbekannt

Eine Samba-Platte aus Brasilien. Eigentlich wäre damit ja schon alles gesagt. Aber da sich SERGIO BORÉ und seine Stadttrommler so mächtig ins Zeug legen, hier noch ein paar Details. BORÉs Musik enthält - im Gegensatz etwa zu MAX GREGERs Samba im strikten Tanzrhythmus - vielfältige Einflüsse. Das reicht vom Jazz (mit Magelsdorff und Dauner hat er's schon gemacht) übers Afrikanische bis zur Struktur des französischen Chansons. Daß Brasilien an brillanten Instrumentalisten nicht eben arm ist, braucht wohl nicht besonders betont zu werden, und so schöpft BORÉ denn auch hier aus dem Vollen, was sich in vielen verschiedenartigen, z. T. recht selbstverliebten Instrumentals äußert.

Zum einen machen die unterschiedlichen Stile die Platte zwar interessant, zum anderen aber auch leicht nervig. So präsentiert er ausgerechnet einen reinrassigen Bossa Nova in gebrochenem Englisch. Vielleicht liegt's aber auch daran, daß man aus dieser Ecke kein 'Crossover' erwartet. So beeindruckt denn eher der Sound als die - gewiß vorhandene - kompositorische Universalität. Was auf jeden Fall gefällt, ist der absolut lockere Groove, den die Südländer ja so schön hinkriegen. Wem etwa das Feeling von LIZZY MERCIER DESCLOUX' 'One For The Soul' behagt, der wird sich auch bei BORÉ wohlfühlen. Natürlich ist das vollkommen verkehrt herum gedacht, aber mit Begriffen aus der Welt des Rock&Roll kommt man bei dieser Art von Musik eh nicht weiter.



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aus Intro #26 (Juli / August 1995)
 
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