BEWERTEN
 

Long Fin Killie

»Houdini«

[too pure / RTD / VÖ: 24.05.2007 ]

Text: Autor unbekannt

Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Wie eigentlich immer bei Veröffentlichungen der 90er-Jahre-Talentschmiede unkonventioneller Klänge schlechthin, fällt es einigermaßen schwer, dieses Werk mit Worten zu beschreiben. So droht wieder mal der Gang zum Analyse-Richter. Ausgehend von Gitarrenfiguren, ständig wiederkehrend in Sinuskurvenform, als off-beat beginnend und entweder parallel zum zentralen, ebenfalls repetitiven Baß (ähnlich wie ihn STING zu seligen 'Zenyatta Mondatta'-Zeiten zu spielen pflegte) oder sich mit diesem leicht überschneidend, entsteht eine angenehm schwebende, warme Atmosphäre, die durch - wenn vorhanden - meist dezenten Percussion- oder Drumeinsatz noch verstärkt wird.

Darüber ein selbstständiger (manchmal Sprech-) Gesang im dem Sinne, daß er sich weder aus dem melodischen Zusammenhang ergibt noch diesen unmittelbar unterstützt. So wähnen LONG FIN KILLIE in Sicherheit, bis eine Brett-Gitarre alles niederfräst, aber nur kurzzeitig, dann fliegt man in entsprechender Manier ohne Bruchlandung weiter durch die Lüfte, zumal Melodie und Tempo nur unwesentlich variiert werden, bis mit 'The Heads Of Dead Surfers' ein Stück elektrische Kammermusik (dank Geigeneinsatz) folgt, ehe unkonventionelle Elemente wie ein verzerrtes Saxophon das Ganze auflösen und 'Montgomery', die Speedvariante der ersten Themata, hektischen Percussioneinsatz heraufbeschwört. So folgt ein Song (und mit ihm markante Klangbilder) auf den nächsten, im Wechsel zwischen gegensätzlichen und gleichzeitig doch zusammenfallenden Elementen, man wird Verse mit offenbar homo-erotischem Gedankengut gewahr und hört Richard und Paul von 'too pure' vor seinem geistigen Ohr den Standardsatz 'Wir verstehen sie nicht, aber wir mögen sie' sagen, steht dumm daneben und nickt mit offenem Mund. Ist das die dritte Generation von 'too pure'-Bands, die sich statt wie bisher häufig auf Krautrockbands auf die vorangegangene bezieht? Denn als Hausnummern fallen in puncto Atmosphäre allerhöchstens noch PRAM ein und was die Kontraste angeht vielleicht LAIKA, aber eigentlich ist auch das irgendwie Nonsens. Wie dem auch sei: LONG FIN KILLIE kommen aus Schottland und den Namen wird man sich merken müssen.



Artikel kommentieren
 
  • Mehr Infos

  •  
Alle Artikel von Autor unbekannt
  • Diese User besitzen die Platte

  •  
 
 

Social Network Login




Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
 
 
  • WEITERE PLATTEN

  •  
 
  • ÄHNLICHE PLATTEN

  •  
 

Platten der Woche

Platten der Woche

Die wichtigsten Neuerscheinungen im Überblick! [...mehr]

 

Platten der Woche

Platten der Woche

Die wichtigsten Neuerscheinungen im Überblick! [...mehr]