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»Big Baller«
[Ichiban / IRS / VÖ: 20.06.1995 ]
Text: Autor unbekannt
Seit '91 (damals noch zusammen mit DFC) beschmeißt uns MC BREED nun schon ungefragt und unaufgefordert mit seinen oftmals wirklich mäßigen Alben. Nach seinem letztjährigen 'Funkafied' hatte ich den Mann, der sich allen Ernstes als 'new poet of rap' titulierte und meist über die immergleichen schwülstigen P-Funk-Samples wandelte, schon abgeschrieben. Doch was selbst für BREEDs Company nichts anderes als ein weiteres Produkt zu sein scheint, stellt sich bei genauerem Hinhören als sein bislang bester Longplayer raus. Kein Zückerchen mit Mikrophon-Gast 2 PAC hier oder ein WARREN G-produzierter ohrschmeichelnder Track dort, sondern ein in enger musikalischer Kooperation mit seinem ehemaligen DJ & Produzenten DJ FLASH entstandener Reimkosmos, der sich - recht erfolgreich - daran versucht, die 'definition of a real MC' zu geben.
Dabei besinnt sich BREED auf seine ursprünglichen Stärken und baut diese mit einigen Ideen zu einem konstanten Hör-Erlebnis aus. Reduziert und funk-getrieben erweist sich dieser musikalische Nährboden als idealer Wachstumsbeschleuniger für die zentral fungierende, tiefe Stimme BREEDs. Ob relaxt-rollende Sommernachtsjams zum Cruisen über Deinen Hauptstraßen-Boulevard ('Nightlife') oder das von jazzy Funk-Horns und sanften Piano-Anschlägen getriebene 'Been Around For Years' - BREEDs Liebe zum Funk ist nach wie vor immanent, hat aber an Transparenz gewonnen. Und wenn's auf 'Big Ballin' dann doch mal mehr jammäßiger in P-Funk-Gefilde geht, dann geschieht dies stilsicher mit dem neu gewonnenen Atlanta-Nachbarn TOO SHORT und mündet in der Zeile 'drowning in a sea of bud' ('Sea Of Bud'). Und daß der auf 'Real MC' co-produzierende HURRIANCE gerade seine Arbeits-Kollegen BEASTIE BOYS mitreinscratcht, das hat doch noch etwas von selbstloser Arbeitsauffassung. Allgegenwärtig schwirren Dir - vielleicht noch ganz umsichtig zu erwähnen - auf 'Big Ballin' die Scratches und Cuts um die Ohren, daß es einem als Europäer so richtig warm ums Herz werden möchte. Und das hypnotisch um ein SLICK RICK-Sample gebaute freestyle-kickende Off-Beat-Stück 'Say What' wollt ihr Euch ja sicher auch nicht entgehen lassen, oder?
Aufgrund seiner explicit lyrics sicher nicht jedermann/fraus Tasse Tee, aber vor allem für Leute, die mal vor langer Zeit große Hoffnungen in M.C. BREED gesetzt haben, die mehr als längst überfällige Genugtuung.
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