BEWERTEN
 

Special Ed

»Revelations«

[Profile / IRS / VÖ: 22.06.1995 ]

Text: Autor unbekannt

Als Klassenbester des Förderunterrichts für pop-geschwächte und in der Versenkung verschwundene Rapper der Nu-School hat sich SPECIAL ED bereits mit seinem letztjährigen Klassenaufsatz in Zusammenarbeit mit seinen Klassenkameraden MASTA ACE und BUCKSHOT zu SPIKE LEEs Film 'Crooklyn' hervorgetan. Und daß sein Versprechen auf der nach vierjähriger Szene-Abstinenz veröffentlichten Single 'Never Go Back' mit den Worten 'I never go back, I never flow wack/I just come back, I just come phat' kein leeres Versprechen auf LP-Länge werden sollte, dafür sorgt der spezielle ED zusammen mit seinem offensichtlich über sich selbst hinausgewachsenen Lehrer & Produca HOWIE TEE (früher Haus und Hof-Produca von u.

a. REAL ROXANNE und CHUBB ROCK) auf seinem 14-Track starken Comeback 'Revelations' mit einer Tonne voller Boom-Bap-Phat-Beats. Nun mag man vielleicht der Meinung sein, daß für ED nach seinem '89er Teenie-Rap-Release 'Youngest In Charge' und der ein Jahr später rausgeschmissenen LP 'Legal' der Weg zum Erfolg anno '95 nur über die Hardcore-Schiene Chancen führen könnte, aber das alleine erklärt wohl kaum zwingend die beeindruckend entwickelten Rhyme-Skillz, die er sich meisterhaft über die Jahre antrainiert hat. ED schmeißt mit messerscharfer Metaphorik und einer auch manchmal komplizierten, scheinbar stockenden Metrik um sich, als hätte er nie etwas anderes gemacht und aalt sich damit in seinen Beats in einem durchweg rauhen Brooklyn Style. Sei es im Duell mit Dancehall-Reibeisen BOUNTY KILLER ('Just A Killer'), mit Poor Righteous Teacher FATHER SHAHEED oder solo wie ein Reim-Berserker über tonnenschwer kickende Beatpatterns (gleichsam wie der Geist der Native Tongues ATCQ und der des Brooklyn-Propheten JERU), dabei erschließt er sich zudem selbst die Möglichkeiten und Freiräume, ebenso rauhe Toasting-Elemente ('Everyday Iza Gunshot') wie funky-schleichende Loops ('Freaky Flow', mit seiner ehrfürchtigen 'Come Clean'-Reminiszenz) oder auch bedrohliche WU-TANG-hafte Dampfwalzen (wie auf 'Rukue' mit seinem klasse eingesetzten METHOD MAN-Vokal-Sample) miteinzubeziehen. Und selbst SPECIAL EDs 'story teller'-Talente aus alten Tagen kommen auf 'Crazy' zu erneuten Ehren. So ist der auf dem Opener 'Lyrics' mit den Worten 'Somebody want lyrics?' fast hypnotisierend zitierte KRS-1 als nur noch rein rhetorischer Fragesteller zu verstehen. Nach NINE und DJ QUIK ist SPECIAL ED in diesem Jahr bereits die dritte Rap-Bombe aus dem 'PROFILE'-Lager.



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