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Schooly D

»Reservoir Dog«

[PSK Records / Import]

Text: Autor unbekannt

SCHOOLY D hat 'Gangsta-Rap' gemacht, lange bevor es einen Namen dafür gegeben hat. Mit 'Am I Black Enough For You?' hat er dem 'Consciousness'-Rap einen unerreichbaren Höhepunkt beschert und gleichzeitig damit einen der wichtigsten Rap-Songs überhaupt geschrieben. Der große Abel Ferrara ist auch ein Fan und hat mindestens zwei seiner wichtigsten Filme mit Songs von SCHOOLY D perfektioniert. Mit dieser Platte hier feiert SCHOOLY D gleichzeitig zehnjähriges Bestehen im Business, und wir gratulieren aufs herzlichste! Waren SCHOOLY und sein DJ Code Money in früheren Tagen noch eher Meister der kantigen Hartholz-Beats und -Reime, so trat mit der letztjährigen 'Welcome To America' eine eindeutige Wandlung zu einem organischeren und funkigeren Klang ein.

Dies war auch um so auffälliger, da es den Gesetzmäßigkeiten des Eastcoast-Rap absolut zuwider lief, doch SCHOOLY D kommt schließlich auch nicht aus NY, sondern aus Philadelphia. Mit seiner neuen (auf eigenem Label veröffentlichten) Platte führt er diesen eingeschlagenen Weg weiter fort, der uns in ein Funk-Universum eigener Art führt. 'If you fake the Funk your nose gots to grow', steht auf dem Cover, doch diese comichafte Selbstinszenierung ist nur die eine Seite von SCHOOLY D. Die Beschreibung seines 'Lebensraumes' und der Person, die SCHOOLY D darin verkörpert, beweist, daß es bei allem Humor für die meisten Schwarzamerikaner nichts zu lachen gibt. Diese Zustände beschreibt SCHOOLY D so teilnahms- und aussichtslos, daß sich jeder Sozialarbeiter dazu genötigt sehen muß, seinen Job (und sich selbst gleich dazu) an den Nagel zu hängen. Die hier noch ausgedehnteren und wabernden Bassläufe und vor allem der Backgroundgesang von Tamika Vines und Heather Redd schaffen eine bedrohliche Stimmung, die eine unglaubliche Plastizität erreichen. Hat SCHOOLY D früher noch kräftig Arsch gekickt, trifft er diesmal direkt in die Weichteile, um das Bewußtsein für den Schmerz möglichst eindringlich und lange am Leben zu erhalten. Nicht Bewußtmachung von Tatsachen, sondern von Gefühlen, die hierzulande kaum jemand nachvollziehen kann.



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