BEWERTEN
 

Victory Of The Better Man

»... Wegen Brot«

[CMP / EFA]

Text: Autor unbekannt

Die deutsche Avantgarde zu retten zogen diese vier/fünf Herren 1991 mit 'L' Utopiste' in unsere Ohren ein und überraschten mit Kunst-Texten und -Musik minimalistischer Prägung, selten rhythmisiert, tonal entrückt und in der Sprache undurchschaubar. Nun kehrt die Gruppe zurück, ihren Vorsatz immer noch vor dem geistigen Auge, und dort entstand ein konzeptionell geschlossenes Album, im Mittelpunkt die surrealistisch anmutende 'Taschenoper' in fünf Bewegungen. Die verstärkt auftretende Rhythmik ist musikalisch der hervorspringende Aspekt des Werkes ('Anniversaire On The Island', schon eher Jazz-Rock). Die experimentelle Gewandheit des sechsköpfigen Ensembles wurde entschieden fokussiert ('Taschenoper', 'Vous Etes'), die Atmosphäre jedoch sehr anheimelnd und warm gehalten ('Why I Am Not A Painter') - aus den Stücken spricht wesentlich mehr Seele als noch auf 'L' Utopiste'.

Textlich bieten VICTORY ... wesentlich mehr Ansatzpunkte zur Interpretation. Hierfür verantwortlich zeichnen nicht zuletzt mehrere Gedicht-Vorlagen für den Großteil der Stücke. Wenn dann Rolf Schult - seines Zeichens Synchronsprecher des Hannibal Lecter (sowie Cpt. Picard) in 'Der Besessene' von Charles Baudelaire - seine Stimme erhebt, laufen die Schauer den Rücken hinunter, und man ist versucht zu denken: 'Da haben sie sie wohl gerettet!'



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