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»Indéan Poe«
[CMP]
Text: Autor unbekannt
Ein im Jazzbereich angekündigtes 'Klangerlebnis' entbehrt nicht selten unüberschaubarer Skalen, wilder Improvisation und mächtig freier Interpretation ungenau gesetzter Grenzen. So wird des öfteren die Aufnahmefähigkeit des Rezipienten auf harte Proben gestellt. Anders bei dieser Produktion, entstanden über den Zeitraum der letzten 10 Jahre, die erst heute erscheint. Der Saxofonist ULRICH LASK beschränkt sich auf die Kombination von Rhythmen, bewegt sich hingegen tonal behutsam und mit charmanter Minimalistik in einfachen Intervallen. Das Herausragende an LASKs Umgang mit verschiedensten Rhythmusfolgen (von HipHop-Loops bis zu Tabla-Routinen und Funk-Patterns) zeigt sich in den Erscheinungsformen der einzelnen Klanggruppen.
Diese wurden hier nicht zu einem Ganzen und unbeweglichen Schmelztiegel auf gleiche Höhe gemischt. Die einzelnen, in perfekter mathmatischer Abhängigkeit befindlichen Elemente 'passieren' im Stück räumlich komplett voneinander unabhängig, überlagern die Musik, wandern eigenständig am Stück vorbei und schaffen unglaublicherweise die direkte Einbeziehung des Hörers, der genau wie einige Instrumente 'vor der Musik steht'. LASK, seit 1971 in der freien Musikszene präsent, sieht sein Werk selbst als 'Spiel mit mir angenehmem Durcheinander auf Basis geordneter Verhältnisse'. Dabei soll die erwähnte 'Mathematik', also die sehr akademisch anmutende Herangehensweise den Skeptiker nicht vom Test dieser Platte abhalten. 'Indéan Poe' wirkt leichtfüßig modern ('ambientesk') und souverän populär, wenn es darum geht, 'musikalische Wahrhaftigkeit' unter Beweis zu stellen. Und wer jetzt noch Angst vor heillosem Gedudel hat, den kann ich beruhigen: Den 'Bluuues' hat ULRICH LASK glücklicherweise überhaupt nicht.
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