BEWERTEN
 

Am Tag Unter Null

»Endstadt«

[Alice in... / Semaphore]

Text: Autor unbekannt

No-Future! Irgendwann einmal hat es eine Generation gegeben, deren Zukunft keine war. Höre ich mir AM TAG UNTER NULL an, so denke ich, daß es nach wie vor so ist. Was aber ist aus all jenen geworden, die irgendwann einmal Sicherheitsnadeln im Ohr hatten? Das Alltagsbild ist ein anderes. Es mußte sich zwangsläufig ändern, einen Garten Eden aber wird uns die Zukunft deshalb nicht bescheren. AM TAG UNTER NULL scheinen es ähnlich zu sehen oder drücken dieses Gefühl zumindest per Tonträgerveröffentlichung aus. 'Nur im Traum bist du frei, und das weißt du genau ... nur im Traum ist die Zeit des Moloches vorbei' (aus: 'Sonore). Die Generation ohne Zukunft ist älter geworden, nach wie vor aber ist sie existent.

AM TAG UNTER NULL bringen dies auf eine musikalisch ebenso einfache wie effiziente Art und Weise zum Ausdruck. Dem Publikum wird eine Musik geboten, die es in sich verharren läßt. Jegliche Form der Bewegung stirbt ab. Der Gesang vermittelt dabei ein Gefühl der Verzweiflung, wie es in den Neunzigern nur noch selten zu hören ist. Die Distanz zum Hörer schwindet hinweg und stürzt ihn in ein Meer von Fragezeichen. Vielleicht fehlt diesem Mini-Album ein Song mit Hit-Potential, der AM TAG UNTER NULL zu großen Taten aufbrechen lassen könnte. Vorbeilaufen sollte man an 'Endstadt' allerdings nicht.



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