BEWERTEN
 

The Ramones

»Adios Amigos«

[EMI / VÖ: 14.06.1995 ]

Text: Autor unbekannt

Was schreib' ich nur, was schreib' ich nur? Die RAMONES haben eine neue Platte gemacht, wie - für diejenigen, die sich erst jetzt einschalten - in der Vergangenheit schom öfters mal. Genau so. Wie früher, als die Zeiten besser, die Rock'n'Roll-Rebellion sich noch nicht doof dabei vorkam, sich auch so zu nennen, noch frisch und die Gitarren verstimmungsfreudiger waren. Was gestern Gültigkeit hatte, kann doch heute nicht falsch sein, so dachten sich die RAMONES einmal mehr, wie übrigens - für diejenigen, die erst jetzt sich zugeschaltet haben - schon häufiger zuvor. Und was okay für die RAMONES ist, kann für mich ebensowenig falsch sein. Vielleicht klaube ich irgendwo eine alte Rezension über, nun ja, die STONES hervor, laß den geschmeckerten Tenor von wegen 'Nix Neues am Start, Mann, was soll'n das?!' stehen und tausche nur Bill Wyman gegen Dee Dee Ramone? Was ist zu sagen, was nicht schon unzählige Male gesagt worden ist und zu dieser Zeit, ja in diesem speziellen Augenblick - für diejenigen, die erst jetzt FRANK LAUFENBERG für sich entdeckt haben - in allerlei wichtigen Magazinen zu lesen steht? Daß eigentlich unserer aller Freund PAUL McCARTNEY die RAMONES erfunden hat, weil er sich zu den seligen Tagen der SILVER BEATLES das Pseudonym Phil Ramone gab? Daß es der RAMONES-Hauptverdienst ist, bereits vor dem magischen Datum '77 die Bandgründung erledigt zu haben? Daß die lästige, aber ertragbare Konsequenz daraus lautet, auch bis in die mittleren Neunziger und womöglich darüber hinaus tätig zu sein? Na gut, Fakten, Fakten, Fakten.

Der aktuelle Longplayer wird eröffnet von einer Coverversion: 'I Don't Wanna Grow Up' ist im Original von TOM WAITS und seiner Frau KATHLEEN BRENNAN geschrieben, befindet sich auf dem 'Bone Machine'-Album und ist natürlich um Meilen besser. Aus der verwitterten Folkinterpretation ist bei den RAMONES ein ödes Schrummschrumm geworden, wie es nur SOCIAL DISTORTION - übrigens eine Empfehlung von BRUCE SPRINGSTEEN, für all diejenigen - indifferenter hätten gestalten können. Der Rest der Platte, deren Titel mir augenblicklich entfallen ist, gleich mal die Überschrift lesen, ah, es geht um die RAMONES, ja richtig: Für den Rest der Platte gilt selbiges. Die Plattenkritik endet hier. Für all diejenigen, die den Anfang verpaßt haben: Die RAMONES machen bestimmt noch eine Scheibe. Und gewiß wird es dann Zeit für ein Re-Release dieses Artikels. Freu Dich drauf!



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