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»N-Gram Recordings«
Text: Autor unbekannt
N-GRAM RECORDINGS - Die Kraft liegt im Detail!
In den Achtzigern war William Orbit ein erfolgreicher Remixer für Popstars (z.B. PRINCE, STING, MADONNA, PETER GABRIEL und ERASURE) und Indie-Größen (wie THE SHAMEN oder NITZER EBB). Er gilt als Mitbegründer der DJ-Kultur und als ein entscheidender elektronischer Konstrukteur. Nachdem er mit seinem Projekt BASS-O-MATIC Anfang der Neunziger zwei Alben und sechs Singles veröffentlichte, die zumindest auf der britischen Insel beachtenswerten Erfolg hatten, gründete William 1992 gemeinsam mit Dick O'Dell das Label 'Guerilla'. Neben der Remix-Tätigkeit in seinem Londoner Studio begann er verstärkt damit, seine Innovationen in andere Bahnen zu lenken: 'N-Gram' war geboren.
Orbit erklärt seine Label-Herangehensweise, die längst zur Pionierarbeit geworden ist, wie folgt: 'Du fängst mit einer Ecke deines Auges plötzlich eine Idee ein, und du mußt ihr einfach folgen, um zu sehen, wohin sie dich führt.'
Den geneigten Hörer führt sie in jedem Falle in aufregende Soundsphären, wer sich erst einmal darauf einläßt, den umströmen die berauschenden Klänge wie die Dämpfe eines wohltuenden Bades, führen aus dem hektischen Alltag in ausgeglichene Bewußtseinsebenen. Die ersten Veröffentlichungen auf 'N-Gram Recordings' haben zumindest eines gemein: Ihre Kraft liegt im Detail. Die komplexen Klangkonstrukte allerdings unter dem arg überstrapazierten Titel 'Electronic Listening Music' einzupferchen, würde ihnen nicht annähernd gerecht werden. Sie benötigen ungleich mehr Raum für die jeweiligen Strömungen, begeben sich auf experimentelle Reisen in Grenzgebiete und kreieren eine Eigendynamik, die Realität (akustische Klänge) und surreale Ästhetik (synthetische Soundscapes) geradezu selbstverständlich und ohne Naht fusioniert.
Zu den bisherigen vier Veröffentlichungen: Die klare, extrem im Vordergrund stehende, zum Teil folkloristisch eingesetzte Stimme CAROLINE LAVELLEs wird mit vereinzelt schmachtenden Cello-Strings und opulent inszeniertem Überbau geradezu in orchestrale Dimensionen geführt, die eindeutig populäre Strukturen vorweisen und am Rande des Kitsches zwischen ENYA, SINEAD O'CONNOR und DEAD CAN DANCE wohl die größten Ambitionen auf entsprechenden Verkaufserfolg haben. Das Hören der grandiosen TORCH SONG hingegen avanciert mit dem ersten Album seit acht Jahren schnell zum heimischen 'Chill Out'-Fest und darf in keiner Ambient-Sammlung neuerer Prägung fehlen! STRANGE CARGO und ELECTRIC CHAMBER hingegen sind neuerliche Gesichter des William Orbit. Erstere sind für ihn laut Eigenaussage 'eine Art Katharsis', deren Ergebnis als 'magnetisierende musikalische Metaphorik' bezeichnet wird, und haben bereits fünf Alben hervorgebracht. Letztere umfassen Orbits neuesten Errungenschaften, die unter dem Titel 'Pieces In A Modern Style' klassische Werke zeitgenössischer Komponisten interpretieren. Mit intuitiver Herangehensweise transferiert er so Stück für Stück die traditionell inszenierten Arrangements in synthetische Formen, deren struktureller und stilistischer Freiraum mit der Spielzeit des Albums wächst.
Und noch was: Durch die erstklassige Aufnahmequalität aller 'N-Gram'-Outputs erschließt jede Heimanlage das Wohnzimmer zum Konzertsaal. Musik als audiophiler Leckerbissen sozusagen!
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