BEWERTEN
 

Chuck Prophet

»Feast Of Hearts«

[China Records / WEA]

Text: Autor unbekannt
[1 Kommentar]

Vielleicht sind wir ja zu anspruchsvoll geworden. Vielleicht gibt es auch einfach zuviele gute Bands, die sich vorzeitig aufgelöst haben und deren Mitglieder die Musikwelt nun mit getrennten Projekten beglücken. Auf jeden Fall gibt es einfach zuviel Musik, die zwar nicht gerade schlecht, aber auch nicht eben besonders mitreißend ist. CHUCK PROPHETs dritte Solo-CD könnte man in letztgenannter Kategorie ansiedeln. Sicher, seine Songs klingen authentisch, haben Feeling, sind grundehrlich, haben eine Message. Aber der letzte Kick fehlt jeweils. Der ehemalige GREEN ON RED-Mann hat eine Crew um sich versammelt, zu der die Rhythmusgruppe von CRACKER ebenso gehört wie Backgroundsängerin Stephanie Finch (sehr gut), Produzent Steve Berlin.

Herausgekommen ist eine Art TOM PETTY ohne Ambitionen. Noch ein vielleicht: Vielleicht hat CHUCK PROPHET ja nicht genug durchlitten (wie z.B. sein G.O.R.-Kumpel DANNY STUART). 'Feast' klingt nämlich so, als habe PROPHET nicht so die rechten Topics zur Hand gehabt und statt dessen versucht, dieses durch gekonnte Routine mit Attitüde zu kompensieren. Andererseits: Das Leben bietet ja nicht nur Extreme, und in diesem Sinne wäre 'Feast Of Hearts' der geeignete Soundtrack zum Alltag leicht abseits vom Highway, etwa auf dem Standstreifen: Der Kühler ist geplatzt, aber dennoch besteht die Chance, irgendwann weiterzukommen ...



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  • baldrin 15.09.2011 | 18:58:58

    Feast of Hearts als logische Weiterentwicklung der Vorgängerin Balinese Dancer war eine der Platten, die mich Monate begleitet haben, von der ich jeden Song sofort wiedererkenne.
    Ich kann die Kritik nicht nachvollziehen, Prophet muss nicht die Leidenstiefe eines Anderen erreichen können.
    Wunderbare vocals, sologuitar äußerst einprägsam, Melodie und Freiheit gekonnt verbunden.
    Und jeder Song eine eigene Geschichte, nicht nur eine Facette des Leids die sich so leicht erkennbar/verwechselbar durch soviel "ehrliche" Musik zieht.
    Aber vielleicht war ich zu jung und zu verliebt damals.

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