BEWERTEN
 

Eden

»Fire & Rain«

[Projekt / Rough Trade / VÖ: 08.05.1995 ]

Text: Autor unbekannt

Der Garten EDEN feiert seine Rückkehr auf der Bühne des Lebens, und das nach beinahe fünfjähriger Albumabstinenz. Wer EDEN nicht kennt, sollte sich auf eine Musik vorbereiten, die den Hörer in die nächtliche Laune eines Sumpfgebietes führt, in dem sich die Stille einer Bootsfahrt mit dem Erwachen des Unerwarteten paart. Man gleitet durch die Wälder, erschrickt beim winzigsten Geräusch und ist aufgeregt wie ein Kind, das auf den Nikolaus wartet. Wer jetzt allerdings an Christi Geburt denkt, der wird sich in der Wiege des Satans wiederfinden. Die folkig-wavige Musik zu Beginn von 'Fire & Rain' ist alles andere als ein Wegweiser. Spätestens mit dem vierten Song ('Hooveless Horses') wird eine wolkenverhangene Landschaft sichtbar.

Ein dichter Regen kommt auf, der Ruf nach einem Freund verhallt im Wind. Als die Szene überschaubar wird, erblickt der Betrachter einen Kriegsschauplatz, versehen mit den leblosen Körpern sinnlos gestorbener Soldaten. Mag sein, daß das letzte Stück auf 'Fire & Rain' sich von der geschilderten Trostlosigkeit abhebt, insgesamt betrachtet aber legen Sean Bowley & Co. ein sehr düsteres Werk vor, welches die Hoffnung auf eine positive Zukunft nimmt. Ein ausdrucksstarkes Album, das gewiß nicht jeden Geschmack trifft.



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