BEWERTEN
 

Kendra Smith

»Five Ways Of Disappearing«

[4AD / RTD / VÖ: 23.05.1995 ]

Text: Autor unbekannt

KENDRA SMITH, dieser Name sollte dem geneigten Musikliebhaber ein zufriedenes Lächeln entrücken: Bassistin des ersten DREAM-SYNDICATE-Line-Ups, RAINY DAY-Projekt, OPAL (Vorläufer von MAZZY STAR) - das sind die musikalischen Stationen von KENDRA, die nun ihr Solo-Debüt vorlegt. Was immer man erwartet hat, man wird positiv enttäuscht. Es eröffnet sich dem Hörer eine erdverbundene, kraftvolle, sparsame und irgendwie ökologische Angelegenheit. Man kann praktisch die frische Erde riechen, kristallklares Quellwasser schmecken, spürt den Wind durchs Haar streichen und lauter so esoterisches Zeug. Vielleicht hängt es damit zusammen, daß KENDRA auf irgendeiner Farm lebt und glückliches Gemüse züchtet.

Jedenfalls überträgt sich ihre Lebensphilosophie in o. a. Weise auf ihre Arbeit. Und das ist in diesem Falle auch gut so. Die Stücke sind von entwaffnender Einfachheit - manchmal sind es nur ein paar Akkorde auf einem alten Harmonium oder ein Synthesizer-Riff. Darüber liegt KENDRAS fast beschwörender, ruhiger Gesang und eine regelrecht intuitive Gitarre, die immer jeweils 100%ig den richtigen Ton und die richtige Stelle findet. Von der Platte geht etwas Rätselhaftes, Sehnsüchtiges aus, das man gerne entschlüsseln möchte. Das geht über den Gebrauch der Sprache hinaus und hört beim Einsatz ungewöhnlicher Instrumente noch lange nicht auf. Dies ist auch der Grund, warum man sich mit 'Five Ways ...' wieder und wieder beschäftigen kann, ohne überdrüssig zu werden.



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