BEWERTEN
 

Miracle G(y)rlz

»Same«

[Tug Rec / east west]

Text: Autor unbekannt

Bei der letzten Popkomm drückte mir so ein nett grinsender Mann (kein typischer Label-Fritze) eine Compilation mit dem exotischen Titel 'Reindeer Rock '94' in die Hände, die ich bis heute beinah vergessen hätte. Hab' ich aber nicht, denn sonst würde mir nicht mehr einfallen, daß neben einer Reihe recht durchschnittlich rockender Bands aus Finnland eben auch GREENHOUSE AC vertreten waren, die mit ihrem Beitrag 'Getting Over' doch etwas im Ohr hängen blieben. Zunächst aber die Mini-CD der MIRACLE G(Y)RLZ: die Aufnahmen sind zwar technisch nicht das Ultimative, aber für den schrägen Opener 'Troyan Horse' - mit Maultrommel und Mandoline - gibt's volle Punktzahl fürs Witzigsein.

Sympathisch klingt auch die NIKKI SUDDEN-Coverversion 'I Never Talk About Her' und ein Remake des HÜSKER DÜ-Klassikers 'Pink Turns Blue', bei dem nur der Gesang etwas gewöhnungsbedürftig ist. Die übrigen vier Songs sind korrekter, ehrlicher Schrubbelpunk, etwas kratzbürstig vielleicht, aber so sind sie eben, die Finnen. Mit einer stoisch wirkenden Urgewalt brechen dagegen GREENHOUSE AC über mich herein. Und da die Straßen zwar nicht gerade breit sind im hohen Norden, dafür aber immer geradeaus führen, fahren die vier von GREENHOUSE AC auch keinen Zickzack-Kurs, sondern brettern mit ihrem brachialen Gitarrensound eher durch die Botanik. Sehr straighter, fast konservativer Punk'n'Roll - wer's lieber exotisch mag, sollte von den Finnen nicht allzuviel erwarten. Zu heiß für die Sauna sind die Polarkreis-Rocker aber allemal, vieleicht sind sie sogar die neuen WALTARI???



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