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Poverty

»Habeas Corpus - Body Of Evidence«

[INFRACom! / Public Propaganda]

Text: Autor unbekannt

Nachdem Deutschland in Sachen Gangster-Rap nicht mehr ganz unvorbelastet ist, scheint es für einen Act wie POVERTY, welcher '94 mit der durchaus hörenswerten Maxi \"Poverty/Summergroove\" debütierte, nicht gerade einfach, in diesem Segment noch mal mit einer LP zu starten - und dafür offene Ohren zu finden. \"Habeas Corpus - Body Of Evidence\", ihr 15 Tracks starkes Album, bereichert jedoch auch auf internationalem Level das Gangster-/Hardcore-Thema mit einigen neuen, entscheidenden Impulsen. Die mittlerweile im Rhein/Main-Gebiet wohnhaften US-Rapper Ragz, Black Buddah und das neueste Crew-Mitglied Spliff bestechen durch ihre völlig eigenständigen Reim-Styles, für die Metaphorik ebensowenig ein Fremdwort darstellt, wie sie problemlos vom langsamen Flow in alle höheren Gangarten hochschalten können.

Als äußerst sinnvoll erweisen sich dabei auch die hinter POVERTY P-101 stehenden Posse-Mitglieder - die \"Project Hoes\" -, welche mit Gast-Raps von J-Boone, K.B. oder DJ-Attacken von DJ Crazy Cutz das Spektrum der phatten Hardcore-Scheibe nochmals um etliche Facetten erweitern. Zusammen mit der \"No-Budget\"-Produktion gewinnt die Mixtur aus einfach-funktionierenden Break-Beats in Verbindung mit den frei-fließenden Reim-Talenten der wortgewaltigen Frankfurter-Posse über genau jenes Quentchen \"Streetness\"-Glaubwürdigkeit, das so vielen überproduzierten und ausgesmoothten US-Produktionen immer wieder abhanden geht. Aus der \"Not eine Tugend machen\" und \"From The Streets, For The Streets\", das ist mit Tracks wie \"Bone Breaker\", \"Nigga Witha Sheet\" oder dem massiv-bombastischen \"Black Rain\" keine leere Floskel mehr: \"Habeas Corpus\" brennt POVERTY tief in die grenzüberschreitende Hardcore-Rap-Landschaft ein, und POVERTY P-101 live zu erleben verspricht weitaus mehr als ein ärmlich-lustloses Rappen über DAT-Bänder und plumpe \"An-den-Sack-greifen\"-Choreographie zu werden.



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aus Intro #24 (Mai 1995)
 
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