BEWERTEN
 

Ukio

»Same«

[Hypnobeat / Indigo / VÖ: 03.11.2006 ]

Text: Autor unbekannt

Da schlägt sie wieder zu, die DF Sadist School von Philippe Fichot (DIE FORM). Das Potential des Künstlers aus Frankreich erscheint unerschöpflich und wagt sich zunehmend in Bereiche vor, die anderen nur schwer zugänglich sein dürften. UKIYO ist ein Projekt, welches P. Fichot gemeinsam mit Akifumi Nakajima (AUBE) ins Leben gerufen hat. Die weltliche Existenz mutiert zu einer leidvollen Qual, die wie ein vollendeter Peitschenhieb auf nackter Haut wirkt. Das Cover, mal wieder grandios in Szene gesetzt, zeigt eine nackte Dame - mit dem Arm eines Tintenfisches über dem Leib -, die es sich auf einem veralteten Sado/Maso-Werkzeug bequem gemacht hat.

Ähnlich muß man sich die Musik von UKIYO vorstellen. Der Hörer wird in die Rolle eines nackten Menschen gedrängt, an dem kleine grausige Männlein Versuche aller Art vollführen. Eine gewisse Form der Angsterzeugung kann ich nicht leugnen. Und genau hier setzt meine Kritik an. Mit den schwer verständlichen Soundcollagen kann ich ja noch leben, was aber, wenn die Musik mich nach langanhaltendem Genuß zum Psychopathen macht, der ziellos durch die Straßen rennt und doch kein Bein vor das andere setzt? Töne werden aneinandergereiht, dem Soundtrack visionärer Horrorbilder ähnlich, um den Menschen dort anzugreifen, wo er am ehesten zu verletzen ist: in seiner Gefühlswelt, d.h., bezogen auf all jene, die tatsächlich noch Gefühle zeigen können. Eine merkwürdige Angelegenheit.



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aus Intro #24 (Mai 1995)
 
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