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»Fire Breaka«
[autarc / eastwest]
Text: Autor unbekannt
Kennt noch jemand STETSASONIC - die erste richtige HipHop-Band? Und wer kennt noch den BOO-YAA-TRIBE? Ist ja nun schon einige Jährchen her, und deutsche A&R-Manager werden offenbar nicht müde, in ihren Köpfen neue Kunstprodukte mit den netten Namen HipHop-Metal/Crossover oder neuerdings gar Groove-Core für das europäische Publikum zu gebären. Der organische, echte und lebendige Sound der letztjährigen JUSTICE SYSTEM-LP (\"Rooftop Soundcheck\") und 311s diesjähriges \"Grassroots\"-Album zeigten jedoch eine gangbare Alternative zur Sample-Monotonie und Breakbeat-Starrheit des HipHop und mediokren Gitarren-Hardcore/Rockgeschrammel auf. CPS sind auch solche \"Musikverrückten\", die ihre jeweils individuellen Wurzeln haben (Punk, HipHop, Soul, Rock, Jazz oder auch Reggae) und auf ihrer in wenigen Wochen erscheinenden LP \"Fire Breaka\" rigoros und konsequent den Fusions-Gedanken umsetzen.
Eingefahrene Hörgewohnheiten sprengt man schlicht hinweg, indem man Hardcore-Tracks (\"Freeze\") an hervorragend jazz-hoppende Aufnahmen (\"Jazz\") reiht oder der jubilierenden Brazil-Trompete auf \"Ooooooahh\" ihren Platz einräumt. Durch die unüberhörbare, allgegenwärtig miteinfließende gemeinsame Liebe zum CLINTONesken P-Funk gelangt die Kombination aus klassischem Band-Line-Up (Gitarre, Bass, Keyboards und Drums) mit HipHop-Crew-Setting (ein DJ und 3(!) MCs) zu einer ungewöhnlich pulsierenden Lebendigkeit. Und auch wenn die Raps von P-Syko, Trible B und Dee Bullit teilweise noch zu sehr dem Crossover-Klischee der starken-weil-bösen \"Motherfucker\"-Reime und -Phrasierung nachhängen, führen die Wege der acht Kreuzberger Jungs von
CPS auf echten Songs wie dem funk-ensprühenden \"Phonkey Man\", dem superb-dynamischen \"Painkilla\" oder auch auf der aktuellen Single \"Firebreaka\" in wilde Stürme aus oldschool-favorisierenden DJ-Attacken (von DJ Rakeem; - Respekt an den Mann!), spielerisch-perfekten knallenden Live-Instrumentierungen und von dem Reim-Dreigestirn vielseitig vorgetragenen englischsprachigen Raps, welche immer wieder in mitreißende Hooklines münden. Ein Wiederhören mit ihrer selbstproduzierten ersten Maxi \"2 Gather\" gibt es auf der Hommage \"Message From The Meters\" und zudem finden sich auf dem kraftstrotzenden Debüt sinnvollerweise gleich vier Live-Tracks, die Geschmack auf die unbändige Live-Performance von
CPS machen. Der Kreuzberg-Achter beschreitet einige unausgetretene Pfade und geht etliche Schritte weiter als seine Vorgänger und bereichert die deutsche HipHop-Szene gleichzeitig um wichtige neue Impulse.
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