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Snog

»Dear Valued Customer«

[Machinery / RTD / VÖ: 01.07.1997 ]

Text: Autor unbekannt

Nach dem fulminanten Maxi-Hit \"Corporate Slave\", der vor drei Jahren auch in einige deutsche Szene-Tanzpaläste einschlug und ein technologisch erzeugtes \"Crossover\"-Albumdebüt namens \"Lies Inc.\" folgen ließ, gab es im letzten Herbst via der \"Cliché\"-EP ein neuerliches Lebenszeichen des australischen Konzeptprojekts von David Thrussel, einem Synthie-Maniac wie er im Buche steht. Nicht nur stilistisch, sondern auch inhaltlich behandelt jede SNOG-Veröffentlichung dasselbe Thema. Es geht dabei um die unterschiedlichsten Arten der \"Manipulation\", die Steuerung unserer ach so fortschrittlichen Gesellschaftssysteme. Nach eigener Auskunft stilistisch an europäischen Formationen wie FRONT 242 oder MEAT BEAT MANIFESTO orientiert, liefert auch der neue SNOG-Longplayer eine Reihe interessanter Tracks, die zum Großteil aus einer mühseligen Aneinanderreihung zahlloser Samples resultieren.

Über die mit unterschiedlichem Tempo versehene Melange aus Synthies und Samples zieht sich gequält und leise Davids kehlkopfloser \"Gesang\". Das Resultat ist eine Kernfusion aus dem Sound ihrer Labelkollegen DANCE OR DIE und deutlich sphärischeren Technikern aus dem Trance-Bereich. Zwischendurch verwandelt sich der Track dann auch schon mal in ein Schlachtfeld aus elektronischem Krach, ehe sich mystische Klangwelten nahezu nahtlos anschließen. Auf dem Kontinent \"down under\" sind SNOG bereits mit MINISTRY auf Tour gewesen und mit einem Major-Deal längst den Insiderkreisen entwachsen. Zudem hat er sich unterschiedlichster Side-Projekte angenommen. Eines davon ist mit SOMA betitelt und besteht aus ihm und Pieter Bourke (ex-EDEN). In der Heimat bereits als \"KRAFTWERK der 90er\" bezeichnet, erscheint das vorliegende Album zunächst als zu wenig komplex, um mit den großen Düsseldorfern verglichen werden zu können. Erst bei entsprechender Konsumierung der ebenso vielschichtig wie multikompatibel ausgerichteten Arrangements (samt Techno-, Trance-, Industrial- und Western-Elementen) vermögen die Tracks mehr und mehr zu gefallen. Nicht selten fehlt es letztendlich allerdings an der nötigen Spannung, um nicht in die kreative Einöde abzudriften.



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