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Morphine

»Yes«

[Ryko / Rough Trade / VÖ: 27.03.1995 ]

Text: Autor unbekannt

\"Yes\" ist eine konsequente Weiterentwicklung der Vorgänger. Klang \"Good\" noch vorsichtig tastend, \"Cure For Pain\" bereits fett und vollsaftig, so ist das dritte Album \"Yes\" ein atemberaubender Orkan. Selten gab es ein brutaleres Saxophon-Riffing zu hören, selten (eigentlich nie) wurde ein zweiseitiger Baß dermaßen geknebelt. Das köchelt nicht nur, das brodelt nicht nur, das verdampft vor dem Aufprall. Gleich der Opener, \"Honey White\", ist eine Tour de Force par excellence ('scuse my french). Eine Steigerung ist kaum noch denkbar - außer vielleicht \"Thrash-Sax\" oder \"Metal-Sax\" -, mittlerweile scheint alles drin, bei Dana Colley. Mark Sandmans Sprech-Gesang hat auch noch mal einen Zahn zugelegt.

Wütende Attacken gegen alles, was unbillig scheint, werden dem Hörer entgegengeschleudert. Eine unlyrische Warnung vor den Haien, die im seichten Wasser des Lebens lauern (\"Sharks Patrol These Waters\"). Wenngleich allerdings bemängelt werden muß, daß die Sache mit der verzerrten Stimme (z. B. auf der Single \"Super Sex\") langsam ein wenig nervt. Der trunkene Baßsound, der insbesondere bei schleppenderen Stücken gefällt, und das eh schon brutale Sax werden zum Ende noch aufgeheitert durch allerlei Effects, so daß sich die Band zuweilen anhört wie ein sterbender Elefant. Schade, daß kein Überknaller wie \"Candy\" dabei ist, aber in der Konsequenz der Mittel und der Effektivität der Wirkung machen MORPHINE so schnell niemandem etwas vor. Die Platte haucht schließlich ihr Leben aus mit einer gefühlvollen akustischen Ballade, der ersten und einzigen wirklichen Atempause vor dem Eject.



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