BEWERTEN
 

Roky Erickson

»All That May Do My Rhyme«

[Trance / EFA / VÖ: 13.02.1995 ]

Text: Autor unbekannt

Ungläubiges Staunen, ein Freund aus dem fernen Amerika berichtet von einem neuen ROKY ERICKSON-Album! Und wirklich, nach fast fünfzehn Jahren erscheint ein neues Album des legendären 13TH FLOOR ELEVATORS-Frontmanns. Die vielfach tragische Lebensgeschichte eines musikalischen Genies findet somit noch eine - hoffentlich positive - Wende. 1966 im konservativen Texas gegründet, sind die ELEVATORS eine der Bands, auf die sich heute noch gerne und zahlreich als musikalisches Vorbild berufen wird. Die Einbeziehung eines elektrisch verstärkten Tonkrugs (\"Jug\") in ihre drogengeschwängerten Songs verschaffte ihnen zumindest mit \"You're Gonna Miss Me\" einen Hit.

Danach ging es eher stetig bergab. 1968 wurde Erickson in eine geschlossene Anstalt eingewiesen, währenddessen veröffentlichte das Label eine Live-Platte, bei der einfach zur letzten schon veröffentlichten Studioaufnahme Publikumsreaktionen hinzugemischt wurden, wirklich schlecht und auffällig noch dazu. 1972 entlassen, beschäftigte sich Erickson bis Ende der Siebziger hauptsächlich als Guru in einer Teufelsanbeter-Sekte und brachte mit wechselnden Formationen wenig erfolgreiche Platten heraus. Nach den ebenfalls erfolglosen ROKY ERICKSON AND THE ALIENS Anfang der 80er verschwand er wieder in der Versenkung. Die neue Platte taucht eher aus dem Nichts auf. Gerüchte vom schlechten Gesundheits- und Geisteszustand machten immer wieder die Runde. Um so besser sind die neuen Aufnahmen. Für Chronisten sei gesagt, daß man immerhin fünf Songs schon als Live-Versionen kennen kann. Trotzdem, alle Songs sind neu und u. a. mit den BUTTHOLE-Gitarristen Charlie Sexton und Paul Leary aufgenommen worden. Musikalisch und textlich erinnert jedoch nur \"Haunt\" an die frühen heftigen ELEVATORS-Zeiten. Die anderen Songs kommen mit ihren akustischen Gitarren eher folkig daher. Einen Leckerbissen gibt es noch mit dem ungelisteten Track \"We Sell Soul\" von Rokys erster Band THE SPADES. Klassische amerikanische Rockmusik mit wirklich schönen Melodien, bestimmt kein kommerzieller Durchbruch, jedoch für so manche hoffentlich ein Anlaß, sich mit dem Schaffen eines großen Rock'n'Roll-Visionärs vertraut zu machen, ohne den es bestimmt keine MONSTER MAGNET und NIRVANA gegeben hätte.



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