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Mellonta Tauta

»Sun Fell«

[Hyperium / RTD / VÖ: 06.02.1995 ]

Text: Autor unbekannt

Mit der Veröffentlichung des MELLONTA TAUTA-Debüts \"Sun Fell\" versucht man bei \"Hyperium\" die Grenzüberschreitung zwischen Dark-Wave und Pop. Nennt das Kind ruhig \"Ethereal Pop\", eigentlich ist es nichts weiter als eine gelungene Fortsetzung des alten \"4AD\"-Konzeptes. Romantisch angehauchte Popmusik mit einem Hang zum Elegischen - da müssen einem natürlich sofort Namen wie THIS MORTAL COIL oder die COCKTEAU TWINS einfallen. Die warme, meist nur gehauchte Stimme Leticia Solaris, flirrende Gitarrenteppiche und einige zarte Klänge von Flöte und Cello verbinden sich zu einem wirklich betäubenden Gemisch, hypnotisch und eindringlich zugleich.

Nach dem gelungenen Samplerbeitrag auf \"Heavenly Voices\" zeigen sich die beiden Italiener auf \"Sun Fell\" streckenweise aber noch etwas lauter und rockiger. Unter der Mithilfe von Ex-PANKOW-Musiker Paolo Favati entstand ein ausgereiftes Album, das durchaus mehr als die übliche \"Hyperium\"-Hörerschaft ansprechen könnte. \"Over The Ocean\" erinnert durch den treibenden Drumcomputer irgendwie an JESUS AND MARY CHAIN, \"Cucumilus\" weist mit lärmenden Gitarrenloops eher in Richtung CURVE oder LUSH. Hier von den \"CRANBERRIES des Underground\" zu sprechen, wie es das Info tut, finde ich dann allerdings doch eine ziemlich dämliche Vermarktungsstrategie. Trotzdem eine wirklich schöne Pop-Platte mit dem morbiden Charme eines langsamen Zerfalls.



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