BEWERTEN
 

Robert Fripp

»1999«

[Discipline Global Mobile / RTD]

Text: Autor unbekannt

Ein Mann und seine Gitarre. Daß dieses Szenario im Normalfall in zwei- bis dreiakkordigen \"Seenotliedern\" endet, manchmal noch mit \"verdammt nachdenklich stimmenden\" Texten garniert, lehrten uns BIERMANN, MAY und andere Pappnasen. Plakativ, wie Rezensenten aber nun mal sind, biete ich hier und jetzt eine aufregende Neuauflage des Solo-Gitarristentums, das neben FRITH, METHENY und OLDFIELD (ups!) wohl nur einer mit größtmöglicher Eigenständigkeit im Laufe seiner \"Karriere\" zu perfektionieren wußte. Der sphärische Klang der \"Frippertronics\" erblickte erstmals 1972 das fahle Licht des Studios, in der Zusammenarbeit zwischen FRIPP und BRIAN ENO.

Abgeschnitten von seinem damaligen populären Erfolgsprojekt KING CRIMSON, entwickelte ROBERT FRIPP eine Methode, Gitarrentöne unendlich zu loopen und zu duplizieren, verlieh somit den natürlichen Möglichkeiten der elektrischen Gitarre noch vor ihrer \"Computerisierung\" eine entscheidende Expansion. Anfang der 80er, während ein ganz neues KING CRIMSON-Line-Up (mit ADRIAN BELEW, TONY LEVIN und BILL BRUFORD) der Pop-Welt eine neue Nische offenbarte, begann der englische Gitarrist, parallel mit seiner LEAGUE OF CRAFTY GUITARISTS - einem 11-tett, zu touren und in Seminaren junge Gitarristen mit seiner Spieltechnik sowie seinen ganz eigenen Skalen vertraut zu machen. Immer im Pop verweilend, arbeitete er ebenso mit dem Pop-Ästheten DAVID SYLVIAN zusammen wie mit THE GRID (was mir dann doch etwas suspekt war!). \"Soundscapes\" heißt die weiterentwickelte Performance, mit der FRIPP, zwar umringt von Technik, doch aber auf sich gestellt und alleine auf der Bühne, mit einer Gitarre in Ambient-Welten eintaucht, die sich jenseits allem Gitarrenähnlichen befindet. \"Schwelgerisch\" wäre wohl ein zu organischer Begriff für diese letztendlich elektronische Musik (\"Interlude\", \"2002\"), ein \"Versuch, wieviele Töne nicht zusammen passen\", wäre an anderer Stelle (\"1999\") besser. Ein Schritt von einem ins nächste Jahrtausend, der uns die Präsenz, unsere Abhängigkeit, aber auch Schönheit von Technik näherbringt. Auf die Reise ...



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