BEWERTEN
 

Christian Wolz

»Cor«

[Danse Macabre / EFA]

Text: Autor unbekannt

Läßt man sich beim Kauf einer CD von der Cover-Gestaltung beeinflussen, dann muß man ganz schön pervers sein, wenn man die neue CD von CHRISTIAN WOLZ gerade aufgrund des Titelphotos erwirbt. Der Kinderschreck steht hinter drei Mikrophonen und zieht ein Gesicht, als wolle er sich jeden Moment in die Herzen seiner Opfer verkriechen, um diese systematisch aufzuschlabbern. Von Herzen und dem, was sie tagtäglich tun, erzählt dann auch die Avantgarde-Opera \"COR\"! Okay. Das ist etwas lapidar formuliert. Andererseits aber liegt diese Einschätzung vor allem daran, daß der Autor dieser Kritik keine Ahnung hat, was man zu CHRISTIAN WOLZ schreiben soll.

Ist der junge Christian ein Genie oder ein Wahnsinniger, der es geschafft hat, einen Plattenvertrag zu erhalten, und jetzt nichts anderes zu tun zu haben scheint, als den Hörern ein Serum zu injizieren, dessen Wirkungen bis dato unerforscht sind? Vokale Laute gesellen sich an einen Tisch mit der Stimme eines Biologen, der einen wissenschaftlichen Vortrag hält. \"COR\" ist eine morbide Reise ins Zentrum eines todbringenden Supergehirns oder, wie CHRISTIAN selbst es auszudrücken vermag, \"Das Sterben ist der Orgasmus meines Lebens!\"



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