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Joe Bloeck

»Downward Train«

[SPV / Swamp Room Rec. / VÖ: 01.01.1995 ]

Text: Autor unbekannt

Ich habe es getan. Ich habe jetzt doch zum ersten Mal meine limitierte White-Label-Edition abgespielt, die ich schon seit einiger Zeit wie einen Schatz hüte. Es ist die Solo-Scheibe von JOE BLOECK, die ich meine. JOE BLOECK, der in den frühen 80ern mit KUSCHELWEICH Erfahrungen als Chartstürmer sammelte, dessen spätere Tätigkeit mit den TUNEMATICS nach einer wirklich guten Scheibe (\"Real Life Party\") Ende der 80er wohl nur deshalb ein Schlag ins Wasser war, weil es sich um eine deutsche Band handelte.
BLOECK brauchte danach einige Zeit zur Neuorientierung und -motivation und erscheint jetzt im Psychedelic-Pop-Gewand \"eight miles high über den BYRDS\", mit superschönen, warmherzigen Songs, die über einem Gebräu von Feedback schweben.

Sehr ruhige Musik, sehr schön schwelgender Pop, hart an der Grenze zum Kitsch, der sich immer wieder an sich selbst berauscht und überbietet. Songs und Texte voller Gefühl...
BLOECK benutzt dabei mit Vorliebe akustische Gitarren, \"denn sie klingen natürlicher und essentieller.\" Allerdings hat das mit Pseudo-Folk-Revival und BOB DYLAN wenig gemein, es entstehen vielmehr Perlen unterschiedlichster Schattierung, die mal psychedelisch-vertrackt gefärbt, mal eher Brit-Pop- oder Beat-koloriert daherkommen, mit Orgel und Trompeten untermalt werden und trotzdem eine unvergleichliche Reinheit ausstrahlen, pur sozusagen. Anzumerken ist dann noch die sehr perfekte Produktion mit einem leichten Hang zum \"Over-Acting\", sozusagen der nachgeschüttete Pop-Weichspüler, was gleichzeitig aber auch die Massenkompatibilität erhöht. Wirkliche BLOECK-Fans berauschen sich auch an seinen herausragenden Konzerten, die besagte Weichspüler bis zum essentiell notwendigen herausfiltern. So bewies der Vinyl-Release-Gig in Hannovers Café Glocksee eindeutig, über welch großartige Songwriter-Qualitäten dieser Mann verfügt. Nun ist auch die CD draußen, wobei Vinyl-Freak JOE BLOECK sicherlich zur raren \"Swamp Room\"-Platte raten würde, da sie seinen Sound um jenes heißgeliebte Rauschen, Knistern, Knachen ergänzt.



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aus Intro #20 (Dezember 1994 / Januar 1995)

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