BEWERTEN
 

Michael Dubach / Nino Sandow / Max Goldt

»Musik Wird Niemals Langsam«

[Fünfundvierzig / Indigo]

Text: Autor unbekannt

Wäre man böse, öberflächlich und dumm, man würde diese Low-Budget-Produktion als maniriertes (Alters-)Werk eines vermeintlich oberschlauen Tuntentrios abtun. Zu einfach, schon ob der gelungenen kompositorischen Reduktion - selten gibt es mehr zu hören als spartanisch schöne Piano-Arrangements -, die nie den Eindruck erweckt, es handele sich wieder einmal 'nur' um vertonte Lyrik. Die Stimmen und die übrige Instrumentierung wissen durchaus zu gefallen und auch dem Herrn GOLDT fehlt das Kastratenhafte, das mich bei einigen Soloproduktionen zuweilen an den abgespreizten kleinen Finger an den Teetassen bei sich als vornehm gerierender Damenkränzchen erinnerte.

In den besten Momenten - und derer gibt es nicht wenige - meint man geradezu, daß auch Brecht/Weill so hätten klingen können, ja müssen, radikal-ästhetisch-sarkastisch ('Komm wir gehen Armut gucken' aus: 'Kleine Spanner'), ohne dabei jedoch den zutiefst humanen Ansatz persiflierend. Man würde dem Tonträger niemals gerecht, glorifizierte man intellektuell - nach Schablonen suchend - eine keinesfalls vorhandene Unverständlichkeit. Es wäre allein das alte Rein-Raus-Spiel des alles relativierenden Kultur-Kacks, den mal wieder keiner ausmacht. Die drei Herren tun es, denn Musik wird niemals langsam.



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aus Intro #17 (September 1994)
 
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