BEWERTEN
 

Nico

»Fata Morgana«

[SPV / VÖ: 01.05.1994 ]

Text: Autor unbekannt

Die gebürtige Kölnerin Christa Päffgen gehört zu den charismatischen Persönlichkeiten der Rockgeschichte. Über eine Model-Karriere in Paris und europäische Filmprojekte ('La Dolce Vita') kam sie an Brian Jones und zur Musik. Von Andy Warhol protegiert, folgten viele Filmauftritte und schließlich das unvergessene 'Velvet Underground & Nico'. Mit dem Rausschmiß aus der Band durch LOU REED begann ihr Solowerk zu reifen, was 1969 in 'The Marble Index' (Produzent JOHN CALE) uferte. Nach erfolgreichem Liebesspiel und Kampf mit bzw. gegen die tödliche Freundin 'Heroin' arbeitete sie erneut mit CALE und komponierte anno 1988 das 'Fata Morgana Festival - Wüstenklänge Im Planetarium Berlin' (Uraufführung: 08.

Juni '88). Anschließend reiste sie nach Ibiza und starb dort am 18. Juli des gleichen Jahres an einem Blutgerinnsel im Gehirn. 'Ich habe leider noch nicht alle Worte gefunden. Manche Worte fehlen... noch.' Eine schüchterne Entschuldigung für die mageren Lyrics in einem ihrer Songs bei dem Konzert. Die kleine Atempause vor dem letzten Wort veleiht dem Live-Album eine tiefere Dimension, da die dahinter verborgene Hoffnung, den Song einmal abschließen zu können, nicht mehr in Erfüllung ging. Als sie einen Monat später starb, endete damit gleichzeitig das Leben einer Allround-Künstlerin, die sich zum Kunstwerk ernannte. Immer schwarz gekleidet, von einer Aura der Trauer und Melancholie umgeben, inszenierte sich NICO selbst immer neu, wovon auch ihr letzter Live-Auftritt ein beeindruckendes Zeugnis ablegt.



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