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Helium

»Pirate Prude«

[Matador / RTD / VÖ: 24.05.1994 ]

Text: Autor unbekannt

Gemischt-geschlechtliche Trios haben es in sich, und das weiß seit TRUFFAUT jedes Kind. Spätestens. Ein weiterer Vertreter dieser Spezies ist HELIUM aus Brookline, Mass., ein Name, den man sich merken sollte. Ihre Debüt-LP enthält sechs Stücke, die allesamt in verzerrte Saitenverpackung gesteckte simple, aber feine Melodien beherbergen. Schwer psychedelisch belastete Passagen weichen eingängigen Mitmosh-Hooklines, dahinwallende, ruhige Parts werden von exakt punktierten Riffs abgelöst. Bemerkenswert, daß Einsatz und Dynamik der teilweise sehr verspielten Gitarre wohl proportioniert sind, und sich Frontfrau Mary Timony ihre langezogenen Gesangslinien damit nicht selbst unterspült.

So richtig beschwingt wird es bei den durchweg midtemporierten bis langsamen Stücken und selbst dann auch erst bei den Instrumentalstellen. Der teils nölige, teils klagende Gesang steckt die Grenzen ab..., hat hier irgendwer PJ HARVEY gesagt? Nej, nej, offenkundige Zerbrechlichkeit ist Trumpf, und das auch ohne brachiales Zutun der eigenen Klampfe. Somit hat das Matador-Präsidium nach LIZ PHAIR einen weiteren Hochkaräter verpflichtet, und der Sprung an die Spitze der US-Untergrundlabelliga scheint vorprogrammiert.



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