BEWERTEN
 

Carmaig De Forest's

»Death Groove Love Party«

[Knitting Factory Move / EFA]

Text: Autor unbekannt

Neulich in meiner Stammkneipe: '20' - 'Ja' - '30' - 'Hab ich' - 'Re' - 'Kontra' - 'Weg. Du kommst raus' -'Hey sag' ma', sind das die VIOLENT FEMMES?' - 'Ey, ablenken gilt nicht! Laß uns weiterspielen!' - 'Nee, das läßt mir jetzt keine Ruhe. Ich frag mal den Wirt. Hey Bescheid, ist das 'ne ältere Scheibe der VIOLENT FEMMES?' - 'Nein, das ist CARMAIG DE FOREST' - 'Kenn' ich nicht, hört sich aber an wie Gano & Co.' - 'Ja, das stimmt schon, aber ich hasse solche Einschubladungen! Denk nur an DYLAN, REED und vor allem JONATHAN RICHMAN, ohne die es solche Musik gar nicht geben würde' - 'Du hast ja recht, aber letztendlich ist das doch egal bei so geiler Mucke!' Soweit das belauschte Stammtisch-Palaver, dem ich als Rezensent nur die Fakten hinzufügen kann, daß CARMAIG als Ukulele-spielender Straßenmusiker mit witzigen bis bös-satirischen Zeitkommentaren in New York begann.

Nachdem er dort von Knitting-Factory-Labelmate ALEX CHILTON entdeckt wurde, wandte er sich Mitte der 80er der New Yorker Noiseszene zu. 'Death Groove Love Party' ist sein zweites Epos und enthält 13 fein herausgearbeitete Loser-Core-Nummern auf Folkrock-Blues-Basis, die eine Wohltat in der fragmentarisierten Rock/Pop-Szene von heute darstellen. Das solcherart gesponnene musikalische Fundament wird immer wieder durch emphatische Gitarren-Lärmsalven gestört, die wie ein Kamikazebomber auf Deine Wahrnehmungsorgane herniedersausen. Wenn die VIOLENT FEMMES Anfang der 80er die Zukunft des Rock'n'Rolls waren, wie D.D. es seinerzeit in der SPEX behauptete, so könnte es CARMAIGs Bande vielleicht für die jetzige Dekade werden.



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