BEWERTEN
 

Frank Black

»Teenager Of The Year«

[4AD / RTD / VÖ: 08.01.2004 ]

Text: Autor unbekannt

Es scheint, als wolle da jemand seine (grandiose) musikalische Vergangenheit endgültig und so richtig demonstrativ über Bord werfen. Geradliniges Songwriting - im Sinne von 'nur dieser Part paßt genau an diese Stelle' - aus dem Bauch heraus, gar nicht wissend, wohin mit der ganzen Energie, sich in unglaublicher Schnelligkeit, Komplexität und somit Intensität niederschlagend, solche Songs werden von FRANK BLACK bis auf weiteres nicht mehr zu hören sein. Die 22 Stücke auf 'Teenager Of The Year' fallen denn auch exakt ins andere Extrem. Ziemliche Kopfarbeit scheint er geleistet zu haben und das bekommt den Stücken gar nicht (in Red.-Kreisen wurde sogar gemunkelt, er habe sich verliebt...).

So überhaupt vorhanden, bleiben die wenigen vielversprechenden Eröffnungsmotive bereits in den Startlöchern stecken, verhaken und verknäulen sich in richtiggehend verzwungen-chaotische Parts, die entweder in Bombast ersticken ('Two Reelers') oder das Ohr zum Durchzug anregen. Das einzige, was schließlich hängenbleibt, ist entweder ein Schweineorgelschlußakkord ('Sir Rockaby') oder schmerzhafter Chorgesang ('.........'). Le maitre du Sörfpönk der Spätachtziger auf Irrwegen in den Siebzigern, kann sowas überhaupt gutgehen? Völlig konstruiert und - als wäre das nicht schon schlimm genug - auch noch aalglatt produziert, jede Menge breitangelegter Keyboardsounds und schließlich der Versuch, wider besseres Wissen in psychedelische Gefilde abzudriften, das wirkt fast schon peinlich, da FRANK BLACK ungefähr so psychedelisch sein KANN wie beispielsweise HANS ALBERS. Daß BLACK sich lossagt von einstmals gepflegten Idealen muß man akzeptieren. Das Resultat anhören, geschweige denn sich daran erfreuen, kann man allerdings nicht.



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