BEWERTEN
 

Yuichiro Fujimoto

The Mountain Record

[CD / Ahornfelder / www.ahornfelder.de]

Text: arno raffeiner, arno raffeiner

Wie zufällig scheint in dieser japanischen Berglandschaft der Wind durch eine Mundharmonika zu fahren, und es wirkt, als würde auch das Glockenspiel seine Harmonien ganz von alleine finden. So könnte Yuichiro Fujimotos “The Mountain Record” ein neues “Spiel mir das Lied vom Tod” abgeben, aber in einer völlig angstfreien und unbedrohlichen Variante. Es ist eher ein warmes, hoffnungsfrohes “Lied vom Leben”, das Fujimoto mit seinen Collagen aus verhalten angetupften und abgeklopften Instrumenten und still vor sich hin rauschenden Field Recordings erklingen lässt. Beim ersten Hinhören scheint dieses Leben etwas eigenbrötlerisch zu sein, die Musik wirkt privatistisch, da sich die Aufladung der Geräuschaufnahmen und des Schwingens der Gitarren- und Klaviersaiten mit bestimmten Emotionen, mit Erinnerungen an die so eingefangenen Momente und deren Stimmungen eben nicht ohne weiteres mitteilen lassen.

Aber vielleicht hat Fujimoto ein solches Mitteilungsbedürfnis und eine so gedachte Nachvollziehbarkeit auch gar nicht im Sinn, sondern gestaltet sein Material selbst so, als wäre es Teil einer abstrakten Klanglandschaft, deren Schönheit sich jedeR einzelne HörerIn erst selbst erschließen muss. Und wer sich behutsam zu Fujimotos Hügeln und Bergen vorwagt, kann in dieser Musik tatsächlich viel Wunderbares erleben. Allein das wunderschöne Booklet mit seinen beiläufig strahlenden Fotos ist die Anschaffung der CD wert.



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