BEWERTEN
 

Nilg

»To Move To Pushforward«

Text: Jochen Bonz, Jochen Bonz

(CD / www.nilg.de / A-Musik)

Mit Nilg ist es nicht einfach, denn was diese Band auszeichnet, ist zugleich, dass sie eine Phantasmagorie produziert und wie sie dies tut. Beides ist völlig beeindruckend. Vielleicht fange ich mit dem Wie an. Mit einem Aspekt des Wie, als Fragen formuliert: Wie häufig ändern Songs in der Regel ihre Richtung? Durch wie viele unterschiedliche Landschaften führt ein Track? Genau. Vielleicht eineinhalb. Bei Nilg – soviel ich weiß, eine Band aus dem geheimnisvollen Bergischen Land – können in einem Song wie dem besten des Albums, ›Connections‹, schon mal, sagen wir, fünf solcher Landschaften auftauchen.

Und zwar: in einem Song! Der endet in einem Sixties-Pop-Chor, von dem die vorherigen drei Minuten keine Rede war, auch wenn man es sich im Nachhinein gar nicht mehr anders vorstellen kann. Oder die female vocals bei ›Urlaub Auf Dem Stuhl‹: Wenn Wörter so fein akzentuiert werden, hat sich die Normalität verwandelt. Das ist weirde und schöne Musik. Neben anderem hat sie mit britischem Postrock zu tun (Talk Talk, Robert Wyatt). Und das Was der Phantasmagorie? So viel weiß ich: Auf ihrem Grund liegt ein Vorstadt-Westdeutschland von vor langer Zeit; ein heute nur noch in der Kunst zugängliches Zuhause.



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