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MySpace Music

Musikdienst mit voller Major-Unterstützung

26.09.2008, 11:51, Text: Holger Düll

MySpace.com, für Bands immer noch die beliebteste Web-Plattform um beim "social networking" mitzumischen, hat nun den nächsten Schritt unternommen dem mächtigsten Musik-Online-Shop Apple iTunes die Stirn zu bieten. In den USA können bereits alle MySpace-User ihre Lieblingsmusik online gratis in Playlists verwalten und nach Belieben anhören. MySpace UK wird bald folgen. Bezahlen muss man bei MySpace Music für Songs erst , wenn man sie herunterladen möchte, um sie beispielsweise auf einen MP3-Player zu packen. Die Dateien sind nicht mit DRM (Digital Rights Management) behaftet, können also beliebig verwendet werden, ohne dass dafür spezielle Soft- oder Hardware nötig wäre.


Die vier großen Platten-Labels/-Vertriebe Sony BMG, Universal, Warner und EMI konnte MySpace ins Boot holen. An die eigene Geschichte hat man aber leider nicht gedacht: Gerade für kleine Labels und Künstler ohne Plattenvertrag war und ist MySpace interessant und wichtig, um sich zu präsentieren; nicht zuletzt deswegen genießt der Dienst auch eine so große Popularität. Independent-Labels blieben aber nun beim Start von MySpace Music oftmals unberücksichtigt.

Martin Mills, Chef von Beggars Group, einer Familie diverser Indie-Labels, ist enttäuscht und ein bisschen erstaunt zugleich: "It is both disappointing and astonishing that MySpace, built on the music of independent artists and labels, should, now it has the majors as partners, choose to launch without those that have been at its heart, and whilst treating independents as second class citizens. [...] The service's independent content, sadly, appears to constitute only the independent distribution arms of the majors by virtue of their deals with their parents, and the orchard."

Erst wenn sich MySpace auch um die kleineren Labels kümmere, will man diesen "potentiell spannenden neuen Dienst" unterstützen. "We, however, believe that independent music and artists are worth every cent as much as that of the majors, and will not be supporting this potentially exciting new service until we see fair play", so Mills.

Ein allzu kleiner unbedeutender Fisch ist Beggars ja nicht gerade: Mit den Labels Rough Trade, 4AD, Matador, XL, Too Pure, Merok und Young Turks u.a. an der Hand, sind schließlich auch Namen wie beispielsweise Jarvis Cocker, The White Stripes, Beck, M.I.A. und Radiohead dort zuhause.

Nach Slotmusic schicken sich die Majors der Branche also weiter an, endlich wieder ordentlich ins Geschäft zu kommen.



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