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Lana Del Rey

Karriere-Speedfreak schlägt alle Rekorde

06.02.2012, 16:12, Text: Philip Fassing, Foto: Nicole Nordland

So schnell wie Lana Del Rey war bislang noch niemand. Sie durchturnt in wenigen Wochen, wofür andere mehrere Jahrzehnte brauchten. Stand heute: Das war wahrscheinlich ihr letztes Album, das Debüt.

Mit Lana Del Reys Aufstieg bekam der immer wieder heraufbeschworene Paradigmen-Wechsel in der Musik-Rezeption ein öffentlichkeitswirksames Exempel von neuer Qualität. Nachdem die letzten Jahre bereits allerorts über das Tempo der Blog-Zyklen mit all seinen Mikrotrends gestaunt wurde, wirkten all die Chillwaver und Witch-Hopper plötzlich wie träge Nichtigkeiten in Anbetracht des rasanten »Impacts« dieser unnahbaren Chanteuse. Gerade mal zwei selbstgebastelte YouTube-Clips reichten dem Platten-Riesen Universal, um sie von der Stelle weg zu signen. Noch vor der Veröffentlichung ihres Debütalbums lieferte sie am 14. Januar beim US-Amerikanischen Comedy-Format »Saturday Night Live« einen polarisierenden Auftritt ab, der ihr von vielen Seiten Häme einbrachte (Siehe unten). Und ebenfalls vor Veröffentlichung ihres ersten Albums schoss sie im trägen Deutschland auf Platz Eins der Single-Charts. So weit, so spooky.


Nun machen einige Zitate aus der März-Ausgabe des britischen Vogue-Magazins die Runde und führen die mediale Inszenierung der 25-jährigen langsam aber sicher in die Regionen eines Kunst-Projektes. Während ihr Debüt gerade Mal eine Woche in den Regalen der Plattenläden steht, verrät sie dem renommierten Modemagazin, dass »Born To Die« vielleicht auch schon wieder ihr letztes Album gewesen sein könnte. Gut, der Rummel ist nicht jedermanns Sache, viel irritierender wirkt aber die Begründung in Anbetracht ihres jungen Alters und der gerade angebrochenen Karriere. So soll »Born To Die« auf ihre wilden Trinkerjahre zurückgehen, die aber nun schon sieben Jahre zurücklägen. Man habe alles gesagt und wolle sich nun darauf konzentrieren, ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft zu werden. Während die meisten Rockstars ein halbes Leben voller Exzesse und Ausschweifungen brauchen, um schließlich mit dieser Erkenntnis im Hafen der Geläuterten anzukommen, legt Lana Del Rey jetzt schon an.
 
Wir haben mal einen Statistiker an die Sache gesetzt und sind beruhigt. Hätte Speed-Lana kein Einsehen gehabt, wäre sie entweder nach ihrer Trinker-Phase mit 18 heute schon tot (warum bis 27 warten?) oder aber hätte eine äußerst schwache EP hingelegt, sich aufgelöst, zum Christentum gefunden, hätte 2 Tage später ihre Reunion angekündigt und wäre schon gestern mit Madonna beim Super Bowl aufgetreten. Gut, dass sie’s etwas langsamer angehen lässt.

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