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So war der Tatort gestern

»Kein Entkommen«: Body Count's In The House

06.02.2012, 08:45, Text: Peter Flore, Foto: ORF
[6349 Kommentare]

Wir blicken zurück auf den gestrigen Krimiabend: Peter Flore widmet sich montags immer dem neuesten »Tatort«.

Ganz Wien hat die Grippe. Ganz Wien? Nein! Eine mit schier unbeugsamen Abwehrkräften ausgestattete Frau hört nicht auf, den Viren Widerstand zu leisten. Soviel zur Nebenhandlung, die dem »Tatort« wie immer (im Sinne von: meistens) eine halbwegs unsinnige oder klamaukige Klammer verpasst. Doch genug des Klamauks, wir sind hier ja nicht in Münster, sondern in Wien, der viertgrößten serbischen Stadt. Doch mit der serbischen Community, die sich im »Maxi« trifft, ist nicht gut Kirschen essen, weswegen der Wiener Tatort »Kein Entkommen« mit seinen letztlich 15 Toten der leichenreichste in der über 40-jährigen Geschichte der TV-Institution ist.


Diese Leute sollen nicht umsonst gestorben sein - und so ermitteln der Eisner und die Bibi im Millieu der serbischen Kriegsverbrecher und Ultranationalisten »Sveti Tigar«. Zusammen mit den Kollegen von Interpol (deren Hauptschnepfe anscheinend Gadget verliebt ist, immerhin zückt sie zu jeder Gelegenheit ihr Tablet) müssen die beiden dafür sorgen, dass der Body Count nicht in schwindelerregende Höhen schnellt. Kurzum: Soviel Blut, so viele Hinrichtungen von Unschuldigen waren selten im deutschen Mainstream-TV.

Das sagt das Forum:

Legalman

»Also, das Ende war doch super. Und im Gegensatz zur Entlarvung des Kinderarztes als superfieser Obernazimafiatyp auch wirklich überraschend.«

Zum Thread


Doch diese Larger-Than-Life-Rechnung geht trotz einiger Unrereimtheiten auf: Dass der ehemalige Serbenführer als Siegmund Freud verkleidet ein unbehelligtes Leben als Kinderarzt im vierten Bezirk führen kann ist den Drehbuchschreibern wohl beim Versuch eingefallen, ihr Fieber mit einem Gläschen Sliwowitz und einer Knoblauchzehe zu senken. Und dass die Bibi, ganz blind vor Zorn, ab liebsten alle Serben in der Stadt ohne Warnschuss über die Donau jagen würde, wird auch nicht gerade dafür sorgen, dass die Autoren demnächst einen Deckel im »Maxi« bekommen. Aber wie an dieser Stelle schon mehrfach gesagt: Wer Realismus will, soll vor die Tür gehen. Wer Unterhaltung und nebenbei einen spannenden und für »Tatort«-Verhältnisse recht harten Krimi will, der wird auch mit »Kein Entkommen« glücklich. Zumal das Zusammenspiel von Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser einmal mehr herrlich pointiert daherkommt. Und so fahrig, wie der eigentliche Täter am Ende überführt wird, so hilflos lässt einen der anschließende Epilog zurück. Gut möglich, dass die Leichenzahl nach dem Abspann noch auf 16 korrigiert werden muss....

Das war super: Das offene Ende, dass dem Tatorttitel auf grausame Art Rechnung trägt.
Das war mies: Die überkandidelte Tablet-Schnepfe von Interpol.
Lichtblick: Die Bibi, der Moritz. Und dieser drollige Dialekt.

Nächsten Sonntag (12.02.) ermitteln sich Inga Lürsen und ihre Kollege Stedefreund in »Ordnung im Lot« dann wieder hölzern durch Bremen.

Den aktuellen »Tatort« kann man noch bis nächsten Sonntag in der ARD Mediathek anschauen, aus Jugendschutzgründen allerdings nur zwischen 20 und 6 Uhr.

»Will denn niemand was zum gestrigen Tatort schreiben?«:
Im Forum diskutieren Intro-User über vergangene und aktuelle Tatorte.

Alle Texte zum Thema »So war der Tatort gestern« unter
www.intro.de/spezial/sowardertatort.

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Der Tatort war...






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  • User: RadeBrecht
  • RadeBrecht 03.02.2012 | 19:38:04
    Danke, Sie können rühren.

    Mit mindestens 15 Toten ist der „Tatort“ an diesem Sonntag der „leichenreichste“ in der mehr als 41-jährigen Geschichte der ARD-Krimireihe. Das hat die Fanseite tatort-fundus.de ausgerechnet. Bisheriger Rekordhalter mit 14 Leichen war im Jahr 2004 der Bremer „Tatort: Abschaum“ mit Sabine Postel, in dem es um Satanismus ging.


    Bei "Abschaum" haben sie aber vergessen, die vielen toten Zuschauer mitzuzählen.

  • User: Hauptmann Fuchs
  • Hauptmann Fuchs 05.02.2012 | 16:02:32
    zur Klärung eines Sachverhalts
    der beste wiener tatort aller zeiten lief gestern beim bayerischen rundfunk: "Münchner Kindl" von 1972. formell zwar ein münchner tatort; kommissar veigl ist aber nur eine nebenfigur trägt aber null zur aufklärung des falles bei; es gibt auch keine einzige leiche, dafür drei wiener hauptdarsteller und einen wiener regisseur/autoren, der anscheinend ein horvátheskes sozialdrama nachträglich auf tatort angepasst hat.

  • User: snorej
  • snorej 05.02.2012 | 21:50:38

    de krassni krass.
    frage: wie blöd muss man sein, um mit einer mg auf solch einer entfernung nicht zu treffen?

  • User: Sportpalast
  • Sportpalast 05.02.2012 | 21:56:01
    Lieblingsmistkerl
    ich steige selten vorher aus, doch diesmal habe ich nicht länger als ne stunde ausgehalten, was für a schmarrn!!

    wusste im übrigen nicht, dass Karadžić nun als Arzt in Wien praktiziert, top casting agentur!

  • User: LucTonnerre
  • LucTonnerre 05.02.2012 | 21:57:19

    Etwas viel Gewalt.
    Was soll uns das Ende eigentlich sagen? Dass man ja eh keine Chance hat?

    Mein Frau hat mal wieder den Kinderarzt nach 10 Minuten entlarvt. Der, der am wenigsten mit der Geschichte zu tun hat, dafür aber eine übermäßig wichtige Rolle bekommt... sind die Drehbücher wirklich so einfach gestrickt?

  • demba 05.02.2012 | 22:28:42

    zu viel zufall
    zu viel gewalt
    zu viel dialekt

    und doch: schlecht fand ich ihn nicht

  • User: lise
  • lise 05.02.2012 | 23:06:14
    war früher lustiger
    mir hat das sehr gut gefallen. am besten: "wien ist die 4größte serbische stadt."

  • User: gnathonemus
  • gnathonemus 05.02.2012 | 23:14:14
    toller specht

    zu viel dialekt


    geh, so a schmäh! im gegenteil, es wurde mal wieder viel zu viel hochdeutsch gesprochen. ansonsten war das doch ganz spannend. pfeif auf realitätsnähe.

  • User: Legalman
  • Legalman 05.02.2012 | 23:23:16
    Rotweintrinker
    Also, das Ende war doch super. Und im Gegensatz zur Entlarvung des Kinderarztes als superfieser Obernazimafiatyp auch wirklich überraschend.
    Und das davor? Hach ja, von Realitätsnähe keine Spur, spannend war es so leidlich, aber irgendwie fand ich es doch ganz gut erzählt und dem smarten Zusammenspiel von Eisner und Fellner kann auch der untalentierteste Drehbuchautor nicht zu Leibe rücken ...

    Editiert von Legalman am 05.02.2012 23:23:53

  • User: snorej
  • snorej 06.02.2012 | 07:34:22

    hab ich schon erwähnt, dass ich auf dialekt steh?

    das ende hat mir auch gut gefallen.


    geh, auf den krassni loas ie nix kommen, des is an guader.

    ok, es war klar, dass der arzt "dreck am stecken" hat.

  • User: Oli Scratch
  • Oli Scratch 06.02.2012 | 09:02:44
    Fortunist
    Warum sendet einsfestival keine Wiederholung des Ösi-Tatorts,verdaaammte Hacke??

  • User: LucTonnerre
  • LucTonnerre 06.02.2012 | 09:44:11

    In diesem Fall ist die "Ab 20:00 Regel" der Mediathek sogar gerechtfertigt.

  • User: Oli Scratch
  • Oli Scratch 06.02.2012 | 09:47:19
    Fortunist
    Bin nicht so der am-laptop-Gucker.
    Nachdem ich gecheckt hatte,dass einsfestival den nicht wiederholt, habe ich die letzte halbe Stunde -so ungefähr ab dem Kopfschuss bei der Verkehrskontrolle- inkl. showdown(wie absurd war dieses MG-Geballere im Keller der Bar??!) in der ARD gesehen.Hätte den gerne komplett gesehen. Schöner Knie-Kick auch von der Bibi ;-)

  • User: Rune_Bratseth
  • Rune_Bratseth 06.02.2012 | 10:10:06

    1a tatort. und bibi sieht aus wie steffi graf. die gestiken und mimiken des rajko waren vorzüglich.

  • User: DomenicoDeMarco
  • DomenicoDeMarco 06.02.2012 | 14:07:16
    Der Zwerg reinigt die Kittel.
    Geil war auch die Untertitelung des (serbischen) Pizza-Bäckers - da man doch ganz klar alles verstanden. Jedenfalls besser als manches Ösi-Wort! :-)

    Aber wie so oft musste man auch hier wieder den Kopf schütteln:
    da zerlegen die Serben das sechsköpfige Personenschutz-Team und die zwei Kommissare haben kurz darauf nichts besseres zu tun, als ohne Unterstützung (wahrscheinlich auch noch ohne Info an die Kollegen) in die Höhle des Löwen zu gehen, um sich fast selbstmörderisch in Lebensgefahr zu begeben - das war weder realisch noch der Spannung zuträglich.

  • User: Reverend
  • Reverend 06.02.2012 | 14:37:28
    war immer aufrichtig
    Andrew Hammel beschreibt das wie immer sehr hübsch.

    The Vienna Tatort investigators, Moritz Eisner and Bibi Fellner, show up the next morning. A cleaning woman saw the entire crime. Do they conduct a formal debriefing and create sketches of the two killers? No, they extract a few generalities from the woman and let her go. Then they find out that the victim of the crime was a last-minute replacement for the regular driver, which obviously might mean that the regular driver was the intended victim of this carefully-planned attack.

    So do they rush to the intended victim's apartment, radioing ahead for assistance?

    No, they don't. They don't even call the potential victim to tell him of the mortal danger he is in. Instead, caring shiksa-yenta Bibi takes Moritz, who's sick with the flu, to her favorite cafe to force some sort of disgusting garlic-based home remedy on him. While they are thus sitting around with their thumbs up their arses, bantering about flu remedies, the killers in fact do go to the van driver's apartment and almost nail him.

    But we are just at the beginning a barrage of idiocy.

  • User: loogee
  • loogee 06.02.2012 | 21:55:51

    Voting: diese Tatort-Rezension ist ein… Volltreffer!

  • User: Misses B
  • Misses B 06.02.2012 | 22:50:40

    Ich weiß ja nicht was ihr habt, vielleicht versteht ihr den Wiener Humor, schwarz, nicht. Vielleicht seid ihr zu weit im Norden gepolt. Ich fand ihn herrlich. Die letzten Tatorts waren so belanglos bis schlecht, mit Grauenspitze Saarbriggeee, dass ich so etwas noch nicht mal kommentieren konnte. Zwei Tage später hatte ich das meiste vergessen. Ich liebe Bibi von der ersten Folge an und dem Krasnitzer steht sie gut. Nur die Roxanne war besser, aber leider nur kurz als Kommissarin unterwegs.
    Einzig das Ende hat mich gestern etwas befremdet, nach dem Motto weniger wäre mehr gewesen.

    Editiert von Misses B am 06.02.2012 22:51:35

  • User: gnathonemus
  • gnathonemus 07.02.2012 | 00:13:36
    toller specht
    das ende war super. da war mehr mehr. und natürlich hast du recht mit roxane - sophie rois ist die größte.

  • User: Free For Fever
  • Free For Fever 07.02.2012 | 09:24:37

    Genau! Das war einfach mal ein "anderer" Tatort. Härter, mit "schwarzem" Ende. Nicht jedermanns Sache, klar. Aber ich fand ihn einfach nur gut! Normale bis schlechte Tatorte gibt es zur Genüge..

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