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»Ich will auch'n Opossum!«

Dschungelcamp 2012: Tag 4

17.01.2012, 10:03, Text: linus volkmann
[40 Kommentare]

War die Stimmung letztes Jahr im Camp eigentlich auch von vornherein so mies? Regen, Hunger, schlechte Laune. Dennoch - durch die größte Dschungelprüfung gehen dieser Tage die Kolumnisten und ähnliche Putzerfische des ausbleibenden Hypes. Von Linus Volkmann.

Irgendwie nur halb hingeguckt, es passiert ja noch immer nicht so viel... Doch dann aus dem Augenwinkel beim SMS-Tippen gesehen, alle versammeln sich in dem Dschungeltelefon, also der Bretterbude, die für die Kandidaten einen Kanal zum Spielleiter öffnet. Erinnerungen an 2011 werden wach. Als die »moral majority« der Insassen verlangte, Sarah Knappik zu entfernen, sonst ginge quasi der ganze Rest. Eklat, ein Hauch von Unvorhersagbarkeit, Chaos. Und diesmal?


Falscher Alarm

Alle beschweren sich bloß über das schlechte Wetter. Die Drohung, auszuziehen, wenn man nicht ins Hilton oder zumindest das örtliche IBIS evakuiert wird, hält dabei auch keine zwei Schnitte. Ernüchterung. Bleibt nur noch die Ekelprüfung - das andere Sendungs-Herzstück, das in der Lage ist, im Hermetischen doch noch Grenzerfahrung aufzurufen. Doch auch hier dasselbe unbrisante Bild. Schaut man genau hin, scheitert auch Jazzy eben nicht am Unsagbaren, sondern schlicht und allein an den Knoten. Wie schon ihre Vorgänger an der begrenzten Zeit und unübersichtlichen Verstecken.

Baby, Baby, halbsteif

Immerhin zeigt eine Einstellung auf Ailtons Hose, dass er eine Art Halbsteifen hat. Wo ist der 11Freunde-Ticker, wenn man ihn braucht? Vielleicht wird doch noch alles gut. Aber nein. Die routinierte Flatline kehrt umgehend zurück. Und es drängt sich die Frage auf, die schon Kettcar stellten »Wer hält all die ganzen Hände?« - nur eben in der Form von: »Wie füllen spiegel.de, focus.de und Konsorten all die ganzen Glossen, worüber führt man bloß die ganzen Dschnungel-Gespräche in der Raucherpause?«

Keine Chance gegen RTL

Zudem ist die Sendung reflektiert genug, dass sie die meisten Meta-Gags über ihre Spielfiguren bereits selbst vorzugeben in der Lage ist. Wahrlich kein leichtes Feld zum Beackern. Doch RTL weiß um die Wichtigkeit der blogging Putzerfische und dschungeligen Status-Updater. Die Antwort des Senders: Die Sterne werden dreifach festgeknotet, so dass zwangsläufig Hungerkrisen ins Lager einziehen. Ein Garant für die so dringend benötigten Extreme, will man diese Staffel nicht jetzt schon unter ferner liefen einsortieren.

Immerhin Schmusen!

Uns bei Intro eigentlich egal. Denn das wirkliche Glanzlicht gab es heute ja doch: Dirk Bach hat ein kleines Opossum auf dem Arm. Besser wirds nicht!

Mehr zum Dschungelcamp 2012 im Blog:
www.intro.de/spezial/dschungelcamp2012.



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  • User: Intro
  • Intro 12.01.2012 | 10:00:00

    Das Dschungelcamp 2012 öffnet seine Hängematten und Kakerlakensärge. Die Aufmerksamkeit ist immens. Hat doch jeder noch die Halbglatze von Jay Khan vor Augen oder die »Du bist falsch«-Anklagen von Matthieu Carriere im Ohr. Aber ob das mit der sechsten Staffel noch zu toppen sein wird? Linus Volkmann hat Bock und so seine Zweifel.

  • User: kafkaktus
  • kafkaktus 12.01.2012 | 14:30:50

    das ist menschenverachtendes idiotenfernsehen, und ich finde es sehr peinlich, dass das hier (mal wieder) abgefeiert werden soll. sich ironisch davon zu distanzieren oder sich drüberzustellen, machts nicht besser.
    wahrscheinlich bin ich noch nicht alt genug, um so zynisch zu sein.

  • User: Heidi Kabel
  • Heidi Kabel 12.01.2012 | 15:45:33

    Juchu! Besser als letztes Jahr kann es kaum noch werden, aber ich freue mich trotzdem.

  • User: kafkaktus
  • kafkaktus 12.01.2012 | 19:45:36

    nee ich mag das einfach nicht mehr darunter verbuchen

  • User: der kackofant
  • der kackofant 12.01.2012 | 20:38:18
    kannibalist
    da bin ich ganz bei kafkaktus. klar, mit der nötigen oberflächlichkeit muss man sich natürlich nie den vorwurf gefallen lassen, mal wieder die spassbremse zu sein, aber das muss man dann eben in kauf nehmen.

  • User: Fincher
  • Fincher 13.01.2012 | 11:08:29
    North Rhine-Westphalian Scum
    Den verzweifelten Versuch, sich durch das Fressen von Känguruhhoden den letzten Rest D-Promi-Status erhalten zu wollen, finde ich eher adäquat als menschenverachtend.

  • User: der kackofant
  • der kackofant 13.01.2012 | 12:02:59
    kannibalist
    meinetwegen, aber warum sollte man sich hodenfressende d-promis anschauen und das auch 6 staffeln lang?

  • User: Legoland
  • Legoland 13.01.2012 | 15:24:52
    Legolize it!
    menschliche abgründe. das ist es doch aus dem die guten geschichten sind. oder?

    als ich letztes jahr diesen berechnenden kamerablick des indira-lovers jay in ganzer gänze von rtl geschenkt bekam, hab ich angefangen dieses format echt zu mögen. das sind promis, die das mehr als bewußt tun. das ist nur mehr ein geschäft für die. ich kann nichts verwerfliches daran finden, wenn diese falschen konstruktionen iher außenwirkung auseinander genommen werden. das einzige was daran wirklich sehr störend ist, ist dirk bach und die sonja. bei den beiden krieg ich mordgelüste.

  • User: Peter Flore
  • Peter Flore 14.01.2012 | 19:51:32
    Köstlich
    Ich distanziere mich davon nicht ironisch, ich liebe die Sendung. Völlig unironisch. Ich kann mir derzeit kein besseres Unterhaltungsformat vorstellen.

  • User: joe public
  • joe public 14.01.2012 | 20:31:54

    das glaube ich unbesehen.

  • User: xid
  • xid 14.01.2012 | 21:08:04

    zumal sichs auch keinesfalls aus einem mangel an einfallsreichtum (unter anderem) ergibt.


    ich bin bei solchen sendungen gespalten. mir gefällt die idee und auch bach als moderator ist eigentlich ein ziemlicher trumph, die umsetzung hingegen lahmt und lahmt vor sich hin. nach 10 minuten hat sich mein interesse erschöpft. es fehlt die pointe und vor allem sind die teilnehmer halt so komplett reizlos. die tage in denen irgendwelch enippel sowas retten sind auch vorbei.

    es taugt a bisserl als weitere sozialstudie nebenbei, zum einen

    a) begeistert tun nur die die es mit inszenieren (und, lieber peter, natürlich auch die, die sich einbilden im fahrwasser derer mitzuschwimmen)

    b) die allgemeine eventarmut im lande gemessen daran, wieviele es gucken, ohne nun das bedürfnis zu spüren, ihre begeisterung tausendfach kundzutun. so als beweis "jajaja, hört her, ich bin da schonungslos uneitel".

    da ist man dann gern eitel und geht weiter.

    Editiert von xid am 14.01.2012 21:10:47

  • User: Heidi Kabel
  • Heidi Kabel 15.01.2012 | 11:52:02

    Ich bin dieses Jahr noch nicht dazu gekommen, mir das Dschungelcamp anzusehen. Aber ich bin ein wenig darüber ins Grübeln gekommen, ob das ein menschenverachtendes Format ist. Ich bin zu keinem endgültigen Schluss gekommen, aber meiner Meinung nach ist es auf jeden Fall das unbedenklichste Reality TV-Format, das ich kenne. Es gibt so viel ätzerenden Scheiß, von Schwiegertochter gesucht über DSDS, GNTM, das Model und der Freak usw. bis zur Supernanny. Im Dschungelcamp sind die Opfer unseres Spotts wenigstens in einer recht starken Position und sie wissen, worauf sie sich einlassen, sie haben sich bewusst dafür entschieden. Ich weiß nicht, ob es menschenverachtend ist, dass man sich erlaubt, die "Campbewohner" auszulachen. Ich lache auch Florian Silbereisen aus und halte ihn für einen Trottel. Wie gesagt: ich bin mir nicht sicher, was ich denken soll.

    Ich weiß aber, dass ich mir die Serie aus niederen Instinkten ansehe, aus Voyerismus und Schadenfreude. Wenn es so abläuft wie im letzten Jahr, kann das Dschungelcamp jedenfalls fast schon als soziales Experiment durchgehen und als Einblick in menschliche Abgründe. Ich glaube kaum, dass das dieses Jahr wieder so ein wird, daher wird es vermutlich auch einfach langweilig. Aber mal abwarten...

  • User: kafkaktus
  • kafkaktus 15.01.2012 | 13:22:33

    ich halte es nicht für menschenverachtend, weil sich da leute vor einem millionenpublikum zum gespött machen oder gemacht werden. klar die wussten das und nehmen es in kauf. und es gibt, da hat heidi absolut recht, weitaus schlimmere beispiele aus dem sektor.

    was ich grausam finde, ist eben genau das: alle schauen sich das an, weil es auf niedere instinkte abzielt, auf voyeurismus und schadenfreude. und sowas entwickelt sich dann auch noch zum höhepunkt der (fernseh)unterhaltung und inzwischen fast schon als kulturelles großereignis. die motivation, sich das anzuschauen, unterscheidet sich dann eben doch nicht, auch bei "bauer sucht frau" oder was weiß ich noch, einzuschalten.
    ich weiß echt nicht, wer sich da eigentlich mehr zum affen macht - die im dschungel oder die vorm fernseher. insofern ist es vielleicht ein soziales experiment, aber mit einem schockierenden ergebnis.

    Editiert von kafkaktus am 15.01.2012 13:23:04

  • User: gnathonemus
  • gnathonemus 15.01.2012 | 13:26:30
    toller specht
    kann man sich nicht einfach auf "strunzdumm" und "sterbenslangweilig" einigen?

  • User: Heidi Kabel
  • Heidi Kabel 15.01.2012 | 15:51:23

    was ich grausam finde, ist eben genau das: alle schauen sich das an, weil es auf niedere instinkte abzielt, auf voyeurismus und schadenfreude. und sowas entwickelt sich dann auch noch zum höhepunkt der (fernseh)unterhaltung und inzwischen fast schon als kulturelles großereignis.


    Hm, das verstehe ich. Aber mir fallen so viele Beispiele ein, wo Leute durch Schadenfreude unterhalten werden, dass ich das nicht so ungewöhnlich finden kann. Ich meine, darum geht es sogar bei Zirkusclowns, Dick&Doof oder Curb your Enthusiasm. Beim Dschungelcamp geht es darüber hinaus um Voyerismus, stimmt. Aber ich fand einfach spannend und interessant, was für eine Gruppendynamik sich da letztes Jahr entwickelt hat und wie die Versuche der Teilnehmer gescheitert sind, sich zu inszenieren. Deshalb ist das ganze natürlich noch lange kein kulturelles Großereignis.

  • User: der kackofant
  • der kackofant 15.01.2012 | 16:59:03
    kannibalist

    Aber mir fallen so viele Beispiele ein, wo Leute durch Schadenfreude unterhalten werden, dass ich das nicht so ungewöhnlich finden kann. Ich meine, darum geht es sogar bei Zirkusclowns, Dick&Doof oder Curb your Enthusiasm.


    der unterschied ist aber, dass es bei zirkusclowns etc. eine klare trennung zwischen person und kunstfigur gibt. im dschungelcamp werden tatsächliche personen zur schau gestellt. dazu kommt m.e., dass dabei geistige wie materielle defizite der beteiligten gezielt ausgenutzt werden, und das von leuten, die selbst sicherlich auf keiner höheren stufe auf der evolutionsleiter stehen (ähnlich wie bei den mittlerweile altmodischen jerry-springer-formaten, wo ein moderator aus sicherer distanz seine gäste gegeneinander aufhetzt).

  • User: der kackofant
  • der kackofant 15.01.2012 | 17:02:31
    kannibalist

    Ich kann mir derzeit kein besseres Unterhaltungsformat vorstellen.


    du bist bestimmt 'n netter kerl, aber das verdient mitleid. ich finde gerade als (kultur-)journalist sollte man über eine etwas bessere funktionierende vorstellungskraft verfügen... ausser man will bis zur rente für die intro arbeiten.

    Editiert von der kackofant am 15.01.2012 17:03:36

  • User: Peter Flore
  • Peter Flore 17.01.2012 | 10:07:44
    Köstlich
    Konkreter: Ich kann mir kein besseres TV-Showformat vorstellen (um das mal von Serien etc. abzuheben). In Puncto Script, Schnitt, Präsentation und Stickiness ist das schon Champions League finde ich.

    Und: Ich habe nie behauptet, Kulturjournalist zu sein.

  • User: LucTonnerre
  • LucTonnerre 17.01.2012 | 10:52:56

    Es war zu erwarten. Die letzte Staffel kann nicht getoppt werden.
    Bis jetzt besteht die Staffel zu 80% aus Micaelas (hässlichen) Titten und zu jeweils 10% aus Vincents kaltem Entzug sowie der Selbstzerstörung der Ramona Leiß.

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