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So war der Tatort gestern

»Keine Polizei«: Kommissar Zufall

09.01.2012, 09:04, Text: Peter Flore, Foto: WDR
[6349 Kommentare]

Wir blicken zurück auf den gestrigen Krimiabend: Peter Flore widmet sich montags immer dem neuesten »Tatort«.

Annemie Hülchrath hat alles gesehen, von ihrem kleinen Balkon über dem Klingelpützpark: Ein Rentner wurde niedergeschlagen und starb offensichtlich an den Folgen, die mit Blättern überdeckte Leiche haben zwei unter technoider Musik agierende Parcoursläufer (um 20:16 Uhr hat das jüngere Publikum noch nicht umgeschaltet) gefunden. Um die Leiche geht es im Kölner »Tatort« »Keine Polizei« aber gar nicht, sondern um Entführung - die Verbindung allerdings ist einigermaßen hanebüchen.


Weil die Zeugin beobachtet haben will, wie jemand verschleppt wurde - und weil Freddy Schenk mysteriöserweise in der Lage ist, Verbindungen zu alten Fällen, über die er mal in der Zeitung gelesen hat herzustellen, befinden wir uns alsbald in einem abenteuerlich konstruierten Entführungsfall. Will der Vater des entführten Daniel Wächter (Thomas Heinze) evtl. gar nicht zahlen, weil er parallel an seiner ebenfalls kostspieligen Scheidung arbeitet? Was wissen der vor Jahren ebenfalls entführte Elmar Thom (Oliver Bröcker) und seine Frau (Schauspielerin Katharina Wackernagel offenbar auf Fronturlaub zwischen zwei Sat.1-Film-Film-Events)? Und war da auf dem mitgeschnittenen Entführeranruf von anno dazumal nicht ein Trecker zu hören? Zusammen mit Stelzbock Ballauf, dem so langsam die Zeit davonläuft, um die Polizeipsychologin Lydia Rosenberg endlich für immer flachzulegen, und Kommissar Zufall ermittelt Schenk mit einer Art Shining: Er sieht Dinge, die gar nicht da sind. Eine Fischerhütte z.B., von der nie die Rede war und an der just zum Zeitpunkt der ersten Einblendung ein Trecker vorbeifährt. Wie damals auf dem Tonband!

Das sagt das Forum:

snorej

»Ach, ich kann Köln mittlerweile kaum noch ertragen. Max & Freddy sind doch echt Witzfiguren.«

Zum Thread


Nun ist hanebüchen konstruiert immer noch besser als gar keine Mühe gegeben, insofern muss man also beim gestrigen Kölner »Tatort« schon fast dankbar sein, denn »Keine Polizei« ist trotz offensichtlicher und fast schon fest verbuchter Mängel immer noch ein ganz okayer Krimi. Was ihn nun aber auch nicht entscheidend von z.B. »TKKG« abhebt.

Das war super: Der Hausmeister hieß Kaczmarek.
Das war mies: »Ich krieg' keine Luft.« - »Sie müssen ganz tief atmen.« Polizeipsychologie 1.0

Nächsten Sonntag (15.01.) riskiert Eva Saalfeld dann im Leipziger Tatort »Todesbilder« wieder eine dicke Lippe.

Den aktuellen »Tatort« kann man noch bis nächsten Sonntag in der ARD Mediathek anschauen, aus Jugendschutzgründen allerdings nur zwischen 20 und 6 Uhr.

»Will denn niemand was zum gestrigen Tatort schreiben?«:
Im Forum diskutieren Intro-User über vergangene und aktuelle Tatorte.

Alle Texte zum Thema »So war der Tatort gestern« unter
www.intro.de/spezial/sowardertatort.

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  • User: LucTonnerre
  • LucTonnerre 08.01.2012 | 23:39:37

    Ich fand den ganz schön konstruiert. Wie Schenk durch den Vergleich eines Falles, in dem sich die Entführer nicht gemeldet haben, überhaupt auf Entführung kommt, war haarsträubend.

    Köln kriegt mich einfach nicht mehr.

  • User: snorej
  • snorej 09.01.2012 | 06:38:06

    ach, ich kann köln mittlerweile kaum noch ertragen. max & freddy sind doch echt witzfiguren. der eine observiert in einem auto, das sich richtig gut dafür eignet, da es ja so groß ist und man sich sehr gut darin verstecken kann. das auto war vor allem sehr unauffällig. der andere stellt sich dermaßen dämlich bei der lady an, dass es schon weh tut.

    ludwidhafen letzte woche hat mir fast meinen skiurlaub versaut.

    Editiert von snorej am 09.01.2012 06:40:35

  • User: Mariannchen
  • Mariannchen 09.01.2012 | 08:29:54

    mir hat die folge ganz gut gefallen, bis kurz nach 21 uhr war es sogar spannend.
    die sache mit dem auto finde ich auch etwas seltsam. genauso, wie man nur allein von der information, jemand angle zander, sofort auf dieses fischerhaus kommt.

  • User: Peter Flore
  • Peter Flore 09.01.2012 | 09:38:05
    Köstlich
    @Mariannchen: Genau! Ich hab mich die ganze Zeit gefragt, ob ich was verpasst habe? "Ich angele Zander" - Schenk weiß, wo es sie gibt und dass es da ein Fischerhäuschen gibt. An dem - hihi - genau in dem Moment ein Trecker vorbeifährt.

  • User: Jill Thunder
  • Jill Thunder 09.01.2012 | 12:59:27

    konnte ich ohne probleme anschauen (aber nicht unbedingt folgen).

    + der verbale amoklauf von ballauf vor dem vater (der diesem das motiv für die entführng unterjubeln will)

    - die gesamte story war leidlich zurecht gezimmert. stringente ermittlung stelle ich mir irgendwie anders vor.

    im ergebnis: befriedigend (form und inhalt ausbaufähig)

  • User: Oli Scratch
  • Oli Scratch 15.01.2012 | 20:55:36
    Fortunist
    kann man sich das Botoxopfer und den überambitionierten Theaterschauspieler anschauen?

  • User: kafkaktus
  • kafkaktus 15.01.2012 | 21:02:15

    bei den untalentierten mordopfern entwickelt man richtig sympathien mit dem täter

  • call me eldo 15.01.2012 | 22:04:16

    keppler wie immer super

    den täter habe ich schon erraten, als er das erste mal in die kamera blickte

    insgesamt ne 3 würde ich sagen - gab schon viele bessere, aber auch wesentlich größeren schrott

  • User: kafkaktus
  • kafkaktus 15.01.2012 | 22:10:27

    ging mir genauso, der war einen moment zu lang im bild.

    aber dieses ganze glücklichkeitsmotiv war ja großer mist

  • User: nachonils
  • nachonils 15.01.2012 | 22:41:56
    arty arty kunstkritik
    aber gegen schluss kam dann doch etwas spannung auf. Ich hab dem Täter so die Daumen gedrückt, dass er wenigsten Rudis Alte wegmacht...

  • User: Kid Clarence
  • Kid Clarence 15.01.2012 | 23:00:33
    call me: ministerpräsident
    Blöde Klischees: Traumatisierter Kriegsfotograf, notgeiler Fahrlehrer, und die ewige Feindschaft zwischen Journaille und Polizei.

    Als der Layouter ins Bild kam, wars aus mit der Spannung. Gegen Ende nochmal ganz spannend.

    Keppler in Bestform.

    Und es wäre auch lächerlich, wenns der Fahrlehrer gewesen wäre, denn sein Berufsstand durfte ja schon letzte Woche ran. Und das gabs selbst im Tatort noch nicht, oder?

  • User: joe public
  • joe public 16.01.2012 | 03:55:10

    grossartig auch wieder: peter flore gibt den anspruchsvollen tv-kritiker. das sagt - wie immer - alles.

  • User: snorej
  • snorej 16.01.2012 | 07:23:30

    die dialoge zwischen den beiden waren miserabel.

  • User: Coolidge
  • Coolidge 16.01.2012 | 08:09:08

    mein Tip wäre: einfach mal nicht hinschauen.

    is ja nicht so, dass es sonst nichts gäbe.

    mein Tip wäre: Der Tatort-Reiniger
    dem seine Arbeit fängt nämlich da an, wo andere sich vor Übelkeit erbrechen müssen.

  • User: Oli Scratch
  • Oli Scratch 16.01.2012 | 09:16:37
    Fortunist
    Ich habe weggeschaut.Allerdings erst nach ca. 30 Minuten.Das passiert mir kein zweites Mal.Die beiden "Ermittler" Botox Schnute und der Super-Profiler sind unerträglich für mich.

  • User: Peter Flore
  • Peter Flore 17.01.2012 | 10:03:39
    Köstlich
    @joe public: Ich habe in diesem Fall gar nicht den Anspruch, anspruchsvoll zu sein. Im Prinzip genau wie der Tatort.

  • User: snorej
  • snorej 19.01.2012 | 19:14:34

    goil, de stefan becker.

  • User: Reverend
  • Reverend 22.01.2012 | 21:51:24
    war immer aufrichtig
    Mann, aus dem Fall hätte man echt was machen können, der war ja höchst beunruhigend und gruselig.
    Aber Deiningers schauspielerischer Offenbarungseid hat leider fast alles kaputt gemacht, der Typ ist ja nicht mal mehr ein Schmierenkomödiant. Gut, dass der verschwindet. Da waren aber eh fast durchgehend miese Schauspieler vor Ort.

    Und diese lächerlichen Zooms und Wackelkameraschwenks haben auch mal wieder genervt.

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