So war der Tatort gestern
»Schwarze Tiger, weiße Löwen«: Mittendrin und nicht dabei
12.12.2011, 09:19, Text:
Peter Flore, Foto: NDR
[6349 Kommentare]
Wir blicken zurück auf den gestrigen Krimiabend: Peter Flore widmet sich montags immer dem neuesten »Tatort«.
Das Grauen, so war im Vorfeld zu hören, spiele sich bei diesem »Tatort« im Kopf ab. Die Liebes- bzw. »heiße Sexszene« (Express) zwischen Kommissarin Lindholm (Maria Furtwängler) und ihrem Journalistenboy wiederum spielt sich direkt vor unseren Augen ab - und muss jeden Voyeur doch enttäuschter zurücklassen als Michael Ballack vor der WM. Und dafür nun hat die Lindholm ihren kleinen Sohn extra eine Woche auf den Ponyhof geschickt?
Doch die hat eh andere Sorgen: Ein vermeintlicher Kinderschänder wurde ermordet und man muss es den Machern des Hannoveraner Tatorts »Schwarze Tiger, weiße Löwen« fast schon hoch anrechnen, dass diese sensible Thematik eher mit der Kneifzange als mit dem Holzhammer angepackt wird. Nun ist eine Kneifzange in diesem Fall zwar das bessere aber deswegen noch längst nicht geeignetere Werkzeug: Das Einzelschicksal der mutmaßlich sexuell missbrauchten, auf jeden Fall aber über Jahre in einem fensterlosen Betonverlies eingesperrten Kinder und Jugendlichen kommt hier nämlich eindeutig zu kurz. Die deutlichen thematischen Parallelen zu den medial publik gewordenen Fällen Kampusch und Fritzl scheinen hier fast als Entschuldigung vorgeschoben zu sein, nach dem Motto: Verzeiht uns bitte, dass wir die Geschichten der Opfer hier weitestgehend ausblenden, aber ihr kennt ja derlei Fälle aus den Nachrichten. Als Zuschauer ist man hier mittendrin und doch nicht dabei. Viel wichtiger scheint es den Autoren, den Fokus auf eine ordentliche Mörderjagd und eine unordentliche Turtelei der Hauptdarstellerin zu legen. Denn merke: Selbst eine ansonsten selbstbewusst und mit beiden Beinen im Leben stehende Frau wie die Lindholm, wird auf einmal wieder ganz naiv kleines Mädchen, wenn der Macker in Reichweite kommt.
Abseits dieses Makels bleibt zwar immer noch ein routinierter »Tatort« mit einem schwierigen Thema, an das man sich aber nur aus sichererer Entfernung herantraut. Anders gesagt: Wenn eine dümmlich-stilisierte Liebesgeschichte am Ende nachhaltiger wirkt als ein Kriminalfall um Macht- und Kindesmissbrauch, kann man nicht alles richtig gemacht haben.
Am kommenden Sonntag (18.12.) ermittelt dann wieder Mehmet Kurtulus als verdeckter Ermittler Cenk Batu in »Der Weg ins Paradies«. Am besten schonmal aufnehmen und für schlechte Zeiten (Til Schweiger) aufbewahren.
Den aktuellen »Tatort« kann man noch bis nächsten Sonntag in der ARD Mediathek anschauen, aus Jugendschutzgründen allerdings nur zwischen 20 und 6 Uhr.
»Will denn niemand was zum gestrigen Tatort schreiben?«:
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Reverend 11.12.2011 | 20:17:52
war immer aufrichtig
Kuck an, die Furtwängler hat sich die Oberlippe aufspritzen lassen.
RadeBrecht 11.12.2011 | 21:01:25
Danke, Sie können rühren.
Die ist bestimmt nur erkältet.
RadeBrecht 11.12.2011 | 21:14:46
Danke, Sie können rühren.
Was für ein Schwachsinn - also der Tatort.
Reverend 11.12.2011 | 21:47:08
war immer aufrichtig
Langweilig, Story viel zu wirr, Twist am Ende lächerlich. Aber Inka Friedrich und ihr Schuhproblem haben mir gefallen.
Kid Clarence 11.12.2011 | 22:06:30
call me: ministerpräsident
Wirr? Da habe ich in letzter Zeit aber weitaus wirrere Tatorte gesehen (den letzten mit Tukur oder den letzten mit Krol und Kunzendorf als Beispiele). Von der Narration und der Handlung war der ja recht konventionell. mir hat er gefallen. solide. aber bei der furtwänglerschen gehts immer um kinderschicksale, oder?
LucTonnerre 11.12.2011 | 22:13:41
Für Furtwängler-Verhältnisse war das ok.
call me eldo 11.12.2011 | 22:17:31
besser als der quatsch am letzten sonntag, aber auch nicht wirklich bombe...
Reverend 11.12.2011 | 22:28:20
war immer aufrichtig
Mit "wirr" meinte ich diese typischen 08/15-Tatort-Gespräche mit einem Dutzend verschiedener "Verdächtiger". Hier auch wieder exemplarisch vorgeführt. Das war auf eine schrecklich biedere Art natürlich auch OK.
Kid Clarence 11.12.2011 | 22:40:21
call me: ministerpräsident
Bieder war vor allem die "Sex-Szene", die vom Boulevard so angeteast wurde - nicht, dass ich sonderlich drauf gespannt gewesen wäre, da bin ich ganz nah bei Hauptmann Fuchs - aber da brannte bei Mutter Beimer und Erich Schiller schon mehr Licht unterm Kittel.
joe public 11.12.2011 | 22:50:44
ordentlich beklemmend und bis auf die auflösung auch überzeugend.
RadeBrecht 11.12.2011 | 23:11:26
Danke, Sie können rühren....aber da brannte bei Mutter Beimer und Erich Schiller schon mehr Licht unterm Kittel.
Hahaha, danke!
RadeBrecht 11.12.2011 | 23:17:42
Danke, Sie können rühren.
Ich wollte ihn ja gut finden, aber die erbärmlichen Versuche Maria Furtwänglers, Schauspielen zu wollen, törnten mich total ab. Und dann diese saudämliche Liebesgeschichte. Nein, danke.
Legalman 12.12.2011 | 02:40:05
Rotweintrinker
Na, die Frau Furtwängler kann ja auch nicht so gut englisch sprechen...
Ich find im übrigen gar nicht, dass die das schlecht spielt. Und ich fand das alles ganz gut vorhin. Schön auch, dass bei dem Thema mal nicht ein wütender Volksmob inszeniert wird, der den Kinderschänder lynchen will.
snorej 12.12.2011 | 07:29:59
eigentlich wäre das doch ein fall für krassnitzer gewesen.
Florian Tomaszewski 12.12.2011 | 07:46:00
Hat die am Ende nicht vergessen, ihren Buben wieder vom Ponyhof abzuholen? Und die Punk-Göre soll technisch so versiert gewesen sein, eine Bombe zu konstruieren, die über den Lichtschalter des Hauses gezündet wird?
Ansonsten solide Kost, bei der die "Liebes"-Geschichte allerdings vollkommen unnötig war. Inka Friedrich könnte die Furtwängler gerne mal ablösen.
Oli Scratch 12.12.2011 | 08:53:08
Fortunist
Der Ponyhof war vor allem eine Ponyvilla....
Die Frau Friedrich hat mich über die 90 Minuten gerettet.
Jill Thunder 12.12.2011 | 10:30:44
für furtwängler-verhältnisse war das in ordnung.
in der gesamtwertung = unteres mittelfeld.
fr. furtwängler kann im übrigen nur sich selbst spielen, aber das fass mach ich jetzt nicht auf.
kurzes glanzlicht: "hamm'se männerstreß...?"
RadeBrecht 12.12.2011 | 12:03:06
Danke, Sie können rühren.Inka Friedrich könnte die Furtwängler gerne mal ablösen.
Eigentlich eine gute Idee. Maria Furtwängler kokettiert sowieso gerade mit ihrem Ausstieg. Das wäre eine gute Gelegenheit...
Oli Scratch 12.12.2011 | 12:41:20
Fortunist
Die Furtwänglerin soll Platz machen und mit Neubauer und Ferres Heimat- /Vertriebenen- und Afrikaschmierendinger drehen.
Reverend 12.12.2011 | 13:37:39
war immer aufrichtig
Ich hatte eh den Eindruck, dass sie hier die Friedrich schon mal für künftige Aufgaben lanciert haben. Für einen Sidekick war sie doch zu präsent und mit zu vielen Eigentümlcheinmaligen keiten ausgestattet.
Lou125 12.12.2011 | 14:12:59
Buddhaesk
Ich vermisse Ingo Naujoks!
Das Drehbuch für den Film gestern war echt schwach. Sobald eine Kommissarin durch "Zufall" in so einen Fall schlittert (was hat sie überhaupt überfahren, ein Trüffelschwein?), weiß man sofort: Dat wird nix, heute....
Und dieser Journalist, was ist das eigentlich für ein Karniggelkopp?
Setzen: 5
...minus!
BlondeOnBlonde 12.12.2011 | 16:33:49
Die ganze romantische Liebesgeschichte hätte man sich gut und gerne sparen können. Der Fall an sich: top. Find ich gut, dass die Charlotte immer durch Autounfälle irgendwo in der niedesächsischen Pampa in ihre Fälle schlittert.
Ulrich Koenig 12.12.2011 | 20:30:58
Für Lindholm-Verhältnisse war das doch gestern richtig gut. Natürlich nervte ihr Rumgebalze, natürlich war die Story etwas wirr, aber ich fand es richtig spannend und bedrückend.
Legalman 12.12.2011 | 23:32:08
RotweintrinkerIch vermisse Ingo Naujoks!
Das ist doch nicht dein Ernst. Erstens ist Sadler ein hundertmal besserer Schauspieler und zweitens hab ich dann lieber diese komische Liebesgeschichte von gestern als dieses eifersüchtige Gejammer und (wie früher) den Herrn Jaenicke dabei ...
Reverend 13.12.2011 | 09:43:37
war immer aufrichtig
Naujoks ist ein Knallcharge, ein fürchterlicher Schmierenkomödiant. Der soll weiter Werbespots drehen.
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