Mal ehrlich, MTV…
Hoff auf Helium einziges Highlight der EMAs
07.11.2011, 14:10, Text:
Carsten Schumacher, Foto: Dave Benett/Getty
Lady Gaga präsentiert Mode und bekommt dafür Preise. Nein, nicht für Mode. Verrückt eigentlich.
Um die MTV European Music Awards 2011 adäquat zusammenzufassen könnte man auf Text guten Gewissens verzichten und gleich alles in einer Bilderstrecke präsentieren. Denn was da gestern bei Viva über den Sender flimmerte (MTV verzichtet ja bereits seit einiger Zeit auf eine breitere Öffentlichkeit), langweilte inhaltlich auf höchstem Niveau. Lady Gaga hätte bei ihrer surrealen Garderobe auch ein Double schicken können, setzte sich aber doch persönlich in den Flieger und bekam im Gegenzug auch die meisten Preise des Abends. Und allein ihre visuelle Präsenz – daran hat sich immer noch nichts geändert – stellt alle anderen in den Schatten. Wer ist nochmal diese Adele?
Angeblich ließ die Gaga – weil sie so gaga ist – ihre Garderobe auf 90 Grad aufheizen. Angeblich weiß niemand, wer dieser Flitzer war, der die Bühne stürmte und dort interviewt wurde. Angeblich hat Justin Bieber 12 Flaschen Vitaminwasser geordert, angeblich hatte Lena noch Riesenchancen auf einen zweiten Award und angeblich hat Justin Bieber eine junge Frau zur Mutter werden lassen. Nein, sagt er dann, das sei alles ein Haufen Scheiße. Wie diese Veranstaltung, mag man bereits zu dem Zeitpunkt und angesichts der vergebenen Preise denken. Best Pop ist Bieber, Best Rock ist Linkin Park, Best HipHop ist Eminem, Live ist niemand besser als Katy Perry und der Song des Jahres kommt von Lady Gaga. Geht’s uns wirklich so schlecht und welches Jahr haben wir überhaupt?
In der Nachbereitung ist der nackte Mann, von dem immer noch keiner weiß, warum er – zufällig – so einfach auf die Bühne kam, samt sonders zu sehen. Den Weltweit-Joker-Award hat eine südkoreanische Teenie-Sensation gewonnen, deren Fans wohl die meiste Zeit hatten, für Klick-Zahlen zu sorgen und Bruno Mars wird uns ein weiteres Mal als vielversprechender Nachwuchs verkauft. Gemessen an den Ergebnissen steckt Pop anno 2011 ganz schön in der Klemme. Wie gesagt: Bilderstrecke reicht. Dort einzig nicht zu erleben wäre The Hoff nachdem er Helium inhaliert hat, aber dafür gibt’s ja Youtube.
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