So war der Tatort gestern - Mauerpark: Schön bis zum Sechzehner Artikelbild (groß)

So war der Tatort gestern

Mauerpark: Schön bis zum Sechzehner

24.10.2011, 09:05, Text: Peter Flore, Foto: RBB
[6349 Kommentare]

Wir blicken zurück auf den gestrigen Krimiabend: Peter Flore widmet sich montags immer dem neuesten Tatort.

Staraufgebot im Jubiläumsfall der beiden Berliner Großstadtcowboys Ritter und Stark: Das unheimliche Alptraum-Zwillingspärchen aus »Shining« ist wieder da. Genau, die beiden ätherischen Mädchen, die immer dann erscheinen, wenn ein erneuter Blutschwall sich seinen Weg durch die langeren Korridore des geräumigen Hotels zu bahnen droht. Der wiederum bleibt uns in der diffusen und weitestgehend in schwarzweiß gehaltenen Eröffnungsszene des Berliner Tatorts »Mauerpark« erspart, aber das ist nicht der einzige Indikator dafür, dass der Regisseur (und Drehbuchautor) hier Heiko Schier und nicht Stanley Kubrick heißt.


Wie sagt man noch beim Fußball, wenn eine Mannschaft bis zum Sechzehner aller Register zieht, aber dann eben doch kein Tor erzielt? Richtig: Sie wollen den Ball ins Tor tragen. Schön, aber ineffektiv. Will heißen: Das ist alles wahnsinnig toll anzusehen, der triste Mauerpark (der bei durchschnittlichem Wetter übrigens ungleich weniger trist ist), der Anflug von Geschichte, ja, selbst das Schauspiel von Dominic Raacke kann heute als solches durchgehen. Unterm Strich aber ist »Mauerpark« eben auch viel zu ambitioniert für einen »Tatort« und scheitert folgerichtig am eigenen Anspruch. Alles wird mal angeschnitten, kaum was konsequent zu Ende erzählt: Sicherheitsverwahrung, Kindesmord? Ja, gab's auch, war letztlich aber nicht weiter von Belang. Stattdessen konzentriert man sich auf Berlin und seine Geschichte(n) und entblödet sich auch nicht, noch explizit Werbung für das Berghain zu machen (»bester Club der Welt«), während man sonst stets bemüht ist, jeder noch so semi-bekannten Attraktion des örtlichen Nachtlebens einen ambivalenten und Daily-Soap-erprobten Namen wie »No Limits« zu geben.

Das sagt das Forum:

LucTonnerre

»Berlin eh immer super, aber das heute was überragend!«

Zum Thread


Natürlich ist das alles nicht schlecht, zumal für einen »Tatort«. Aber eben auch viel zu kompliziert und umständich gedacht. Mit der Hälfte der Drehbuchideen hätte man beispielsweise noch jahrelang den Konstanzer oder Bremer Tatort füttern können. So bleibt es leider bei der alten Leier: Das Gegenteil von gut gemacht ist zu gut gemacht.

Der »Tatort« macht eine Woche Pause. Am 6.11. ermittelt dann schon wieder Borowski, Kripo Kiel, im Fall »Borowski und der coole Hund«. Nomen est hier vermutlich omen.

Den aktuellen »Tatort« kann man noch bis nächsten Sonntag in der ARD Mediathek anschauen, aus Jugendschutzgründen allerdings nur zwischen 20 und 6 Uhr.

»Will denn niemand was zum gestrigen Tatort schreiben?«:
Im Forum diskutieren Intro-User über vergangene und aktuelle Tatorte.

Alle Texte zum Thema »So war der Tatort gestern« unter
www.intro.de/spezial/sowardertatort.

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  • User: LucTonnerre
  • LucTonnerre 23.10.2011 | 21:48:13

    Berlin eh immer super, aber das heute was überragend!

  • User: Sportpalast
  • Sportpalast 23.10.2011 | 21:59:16
    Lieblingsmistkerl
    boah, luc, deine affinität zu berlin (oder dem Duo) in allen ehren, aber ich fand den nun garnicht spannend. gwisdek war großartig. stell mir grad die szene nachts am transit vor, als der, hüstel, unscheinbare benz mit madame vorfährt und vopo schmidt nun soo garnicht das baby findet.........nunja. muss mal morgen nach den pferden schauen.

    Editiert von Sportpalast am 23.10.2011 21:59:35

  • User: LucTonnerre
  • LucTonnerre 23.10.2011 | 22:02:08

    Ich fand den einfach wirklich gut. Sehr düster. Die Bilder waren auch toll. Geht mir gar nicht so um die beiden Komissare.

    Ein Quantensprung zum Konschtanzer-Quatsch letzte Woche.

  • User: Sportpalast
  • Sportpalast 23.10.2011 | 22:07:31
    Lieblingsmistkerl
    glaube mir, B ist, auch zu solch einer jahreszeit, nicht soo düster! das die herren kommissare aus BERLIN ( 10 jähriges) bei der tatortbesichtigung den mauerpark als eine gefühlte fläche im ural deuten, in der sie anscheinend noch nie waren, fand ich schon sehr befremdlich.
    nein, nein man muß den mauerpark nicht unbedingt kennen. wirklich.

    Editiert von Sportpalast am 23.10.2011 22:08:17
    Editiert von Sportpalast am 23.10.2011 22:08:52
    Editiert von Sportpalast am 23.10.2011 22:16:01

  • User: LucTonnerre
  • LucTonnerre 23.10.2011 | 22:10:00

    Ok, das fand ich auch etwas albern.

  • User: Sportpalast
  • Sportpalast 23.10.2011 | 22:12:53
    Lieblingsmistkerl
    genau, stell dir vor konstanz fragt "was das für nen gewässer wo wir die leiche gefunden haben" oder die kölner schalten das navi ein, wenn es auf der domplatte etwas zu ermitteln gibt.......nunja.

  • User: LucTonnerre
  • LucTonnerre 23.10.2011 | 22:15:53

    Davon mal ab... dass der Typ das alles geplant hat aus Rache. Alles kalkuliert, manipuliert für die Genugtuung, nur um hinterher zu verstehen, dass er seinen eigenen Vater reingeritten hat. Das war schon ein tolles Ende.

  • User: Sportpalast
  • Sportpalast 23.10.2011 | 22:17:34
    Lieblingsmistkerl
    damit hatte ich dann auch nicht gerechnet, fand ich aber eher wie ein 8:0, zwar okay, aber irgendwie auch nicht wirklich notwendig...IMHO

  • User: joe public
  • joe public 23.10.2011 | 22:26:06

    ich mag die berliner, ich schaue gerne tatort und wenn der tatort dann teilweise noch bei mir umme ecke spielt, hat er gleich noch mehr sympathiepunkte. aber der hier war trotzdem einer der schwächeren, albern und konstruiert.

  • User: Legalman
  • Legalman 24.10.2011 | 00:35:28
    Rotweintrinker
    Na wenigstens hat der Raacke nicht an den weiblichen Verdächtigen rumgegrabscht wie sonst immer. Als die Kellnerin sagte, sie stehe auf ältere Männer, schwante mir schon Schlimmes...

    Ich finde Berlin im Gegensatz zum Herrn Tonnerre ja immer grauenhaft - und da jetzt auch immer besonders das Spiel vom Herrn Raacke - und war positiv überrascht. Ich fand, das sah vor allem alles sehr schön aus. Dieser Traum da am Anfang mit diesen Mädchen z.B. Och und die Story - klar war das konstruiert und ein bisschen pathetisch und so, aber das ging schon klar ...

  • User: gnathonemus
  • gnathonemus 24.10.2011 | 00:50:46
    toller specht
    tja, so ist das, wenn münchner in berlin ermitteln. dem müller ritchie mussten's neulich auch erklären, wo weidach liegt. das wusste sogar ich, nach ca. 15 - 20 mal in stuttgart (hauptsächlich in der röhre, im longhorn oder schocken zugebracht).

    grauenhaft waren ja mal wieder diese hölzernen dialoge und der dilettantische showdown (wie lang die rennen mussten bis sie einschreiten konnten und dann nicht reinkamen).

  • User: snorej
  • snorej 24.10.2011 | 08:20:55

    ritter beim mauerpark karaoke, das wäre mal was gewesen.

  • User: snorej
  • snorej 24.10.2011 | 08:22:46

    raacke is en hanauer bub, sprich isn guter.

  • User: Fincher
  • Fincher 24.10.2011 | 10:31:23
    North Rhine-Westphalian Scum
    Öder, überkonstruierter Schmock. Interessant ist auch, was für eine Bildqualität bei der ARD so als HD-Fernsehen durchgeht.

  • User: Legoland
  • Legoland 24.10.2011 | 17:18:54
    Legolize it!
    Merkwürdig: irgendwie wurde ja weitgehend alles soweit richtig abgehakt. Ein Buch in dem die Motivationen der Charaktere soweit stimmig sind, eine Regie, die nicht zu viel will und Schauspieler, die eigentlich mit ihren Dialogen soweit bestens klar kommen. Trotzdem fasst einen die Geschichte nicht an und Alles in Allem verbleibt ein recht blasses Konstrukt.

  • User: Heidi Kabel
  • Heidi Kabel 30.10.2011 | 21:12:12

    Oh Mann, diese Liebesgeschichte interessiert mich sowas von überhaupt nicht!

  • User: Reverend
  • Reverend 30.10.2011 | 21:12:40
    war immer aufrichtig
    Gott, ist der Polizeiruf schlecht. Bieder, behäbig, stinklangweilig. Und dann diese null "knisternde Erotik" zwischen Matisevic und dieser öden Kommissarin. Ich bin raus.

  • User: RadeBrecht
  • RadeBrecht 30.10.2011 | 22:07:01
    Danke, Sie können rühren.

    Gott, ist der Polizeiruf schlecht. Bieder, behäbig, stinklangweilig. Und dann diese null "knisternde Erotik" zwischen Matisevic und dieser öden Kommissarin. Ich bin raus.


    Ja, das trifft es genau. Fehlt nur noch "extrem vorhersehbar".

  • User: LucTonnerre
  • LucTonnerre 30.10.2011 | 22:52:26

    Um 20:47 war für meine Lady die Sache klar: Der Staatsanwalt war's. Warum sollten sie sonst so genau zeigen, dass er alleine im Tatfahrzeug rumwerkelt?

    Polizeiruf kann gar nix.

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