So war der Tatort gestern
»Borowski und die Frau am Fenster«: Ding Dong die Hex ist tot
03.10.2011, 11:27, Text:
Peter Flore, Foto: NDR
[6349 Kommentare]
Wir blicken zurück auf den gestrigen Krimiabend: Peter Flore widmet sich montags immer dem neuesten »Tatort«.
»Ich höre«. Klarer Fall: Borowski, Kripo Kiel, am Telefon. Und damit wohl einer der vielversprechensten Ermittler im scheinbar immer dünner werdenden Feld der Sonntagabendkommisssare. Anscheinend traut man sich nicht, einem wie Axel Milberg ein Scheißdrehbuch anzudrehen. »Borowski und die Frau am Fenster« macht da keine Ausnahme. Und auch die dürren Jahre (lies: Folgen) ohne attraktive Kollegin nach dem Abgang der Psychologin Jung sind für den kauzigen Küstenbewohner offenbar passé. Etwas seltsam allerdings, dass Sibel Kekili (nun als aufstrebende Kollegin Brandt an seiner Seite) einige Folgen zuvor bereits in einer offenbar ganz anderen Rolle eingeführt wurde.
Das schöne an Kieler Tatorten: Sie bieten fast immer schlichtweg gut inszenierte Kriminalfälle ohne Betroffenheitsgestus und mit einem lakonischen Witz, der quasi die Antithese zu den Münsteraner Ulknudeln darstellt. Nicht die schlechtesten Voraussetzungen für gute Sonntagabendunterhaltung, die eben doch so einfach sein kann, vor allem, wenn man Schauspieler wie Sibylle Canonica (als Tierärztin psychisches Pulverfass Charlotte Delius) und Character wie Bauer Reens hat, bei dem man nie so recht weiß, was davon gespielt und was echt ist.
Der wohnt wiederum anscheinend in der nicht mehr benötigten Kulisse des »Blair Witch Project«, mit zwei Leichen in der Güllegrube, von der die von vornherein als Mörderin feststehende Tierärztin mindestens eine fast Dexter-Style zur Strecke brachte. Ein solcher Rahmen bietet dann auch noch genügend Freiraum für ein bisschen Comedy, etwa wenn die Bewerber um die offene Kommissarstelle zum Wettraten in Borowskis Büro antreten müssen und die Kekili alle lang macht. In der Summer ergibt all das den bisher besten »Tatort« des Jahres.
Nächsten Sonntag (09.10.) ermitteln in »Das erste Opfer« wieder die Indieboys aus Stuttgart.
Den aktuellen »Tatort« kann man noch bis nächsten Sonntag in der ARD Mediathek anschauen, aus Jugendschutzgründen allerdings nur zwischen 20 und 6 Uhr.
»Will denn niemand was zum gestrigen Tatort schreiben?«:
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Reverend 02.10.2011 | 21:44:45
war immer aufrichtig
Die erste halbe Stunde war super, dann war's bisweilen etwas zäh, aber am Ende nochmal ein gutes Finale. Bombenrolle für Sibylle Canonica!
RadeBrecht 02.10.2011 | 21:48:23
Danke, Sie können rühren.
Ich habe mich getäuscht, die "Fans" waren doch zufrieden. Bestes Zitat:Münster, Kiel und Köln sind SUUUUUUUUUUUUUPPPPPPERRRRRRR!
Editiert von
RadeBrecht am 02.10.2011 21:51:34
RadeBrecht 02.10.2011 | 21:52:00
Danke, Sie können rühren.
Oh, ich habe mich überschrieben.
mellohippo 02.10.2011 | 21:56:22
Duke Of Stratosphear
Wie geil.
Da ist man nach erzwungener Tatort-Abstinenz nach Monaten mal wieder dabei, und dann so: Knaller.
Klassischer, schnörkelloser Krimi mit Dialogwitz ohne viel Schnickschnack.
So kann das mit Borowski und Frau Brandt gern weitergehen.
Komisch fand ich, dass auf den ersten Borowski-Tatort mit der Kekili gar nicht Bezug genommen wurde, der spielte wohl in einem Parallel-Universum. War ja auch nicht so dolle.
Jill Thunder 02.10.2011 | 22:01:32
gute unterhaltung und recht spannend.
ganz nebenbei war dieser tatort mal eben phasenweise "witziger" als die letzten drei folgen aus münster.
daumen hoch.
LucTonnerre 02.10.2011 | 22:11:33
Bester Tatort des Jahres. Sarah Brandt ist eine absolute Bereicherung.
Auch witziger als Münster. Beste Stelle:
Borowski: Wieso bringt der sich denn hier um?
Kollegin: Soll ich ihn fragen?
Der Fall sehr spannend und spooky. Man wusste zwar, wer die Täterin ist, aber dass die Auflösung so wird, habe ich nicht erwartet. Knaller.
RadeBrecht 02.10.2011 | 22:31:48
Danke, Sie können rühren.
Ich denke, dass das Gespann Sibel Kekilli und Axel Milberg durchaus noch Luft nach oben haben. Ansonsten war das ein guter Tatort mit wirklich guten Darstellern und ein paar interessanten Wendungen.
call me eldo 02.10.2011 | 22:56:00
tatort des jahres ist doch zu hoch gegriffen, finde ich. fand ihn nicht sonderlich spannend und auch das ende nicht soo bombe. aber natürlich sehr gute darsteller und sehr guter witz. 7/10
LucTonnerre 02.10.2011 | 22:57:08
Welcher war dieses Jahr bisher besser?
gnathonemus 02.10.2011 | 23:01:49
toller specht
mir fällt keiner ein. der war wirklich klasse.
Oli Scratch 03.10.2011 | 09:30:15
Fortunist
Schön,wenn bei einem Tatort Schauspieler wie Canonica(!!),Milberg,Kekilli und Kügel(!) am Start sind.
Mir hat auch die Butze von Bauer Reens sehr gut gefallen.
snorej 03.10.2011 | 10:11:18
schöner slang von bauer reens. gerade die szene nach dem unfall sauber gespielt. dieser elktro knüppel war wohl für schweine gedacht, oder?
und der hund war süß.
einziger wermutstropfen: der motorrad bulle war doch auch schon gefühlte 3000 mal in der rolle eines durchdrehers zusehen.
LucTonnerre 03.10.2011 | 11:13:02
Den Motorradbullen fand ich auch vm Spiel her nicht sooooooo doll.
sallycinnamon 03.10.2011 | 12:04:05
Warum wurde denn die Tochter nun umgebracht?
Stimmt, der Hund war ganz süß.
Gut auch der Post-it auf dem Pausenbrot, "Guten Appetit, Dein Roland"
snorej 03.10.2011 | 12:08:23
und vor allem was hat die neue kommissarin sich da als eingefahren?
LucTonnerre 03.10.2011 | 14:03:13
Also, ich denke mal, dass die Tochter irgendwann verstanden hat, dass die Mutter ordentlich einen an der Waffel hat und weg wollte. Und da hatte Mama scheinbar was dagegen.
RadeBrecht 03.10.2011 | 18:42:45
Danke, Sie können rühren.
Ich liebe die Kommentare auf facebook...
Borowski ist der Allerbeste!!! Wieso er die andere Frau verlieren musste, weiß der Geier. Aber die neue ist auch ok. Sehr sehr cooler Tatort!!!
voller seeehr schwarzen Humors...danke ARD für diesen guten Tatort
der witz in der kantine war natürlich uralt und die rolle von sibel kekilli ein so lahmer dass schon wieder komischer abklatsch der hackerin lisbeth salander von stieg larsson. die sonstigen drehbuchlücken und konstruiertheiten ist man ja gewöhnt. aber figur und darstellung von sybille canonica haben wirklich einiges wieder rausgerissen.
bei diesem TATORT hat sich die Wäsche fast von selbst gebügelt! Ich war begeistert :)
Wird jetzt etwa für den Kieler Tatort beim Tatort Münster, der beste Tatort überhaupt abgeschrieben?
Editiert von
RadeBrecht am 03.10.2011 18:43:07
Legoland 04.10.2011 | 00:18:54
Legolize it!
supertatort! sehr unterhaltsam.
Legalman 04.10.2011 | 00:32:12
Rotweintrinker
@Flore
Wieso "andere Rolle" in Bezug auf Kekilli? Die hieß doch auch damals schon Sarah Brandt. Oder hab ich das falsch in Erinnerung? Strange ist doch nur, dass da gar keine Bezugnahme statt gefunden hat und dass die zwischendurch weg war.
Und warum "Antithese zu Münster"? Die Beziehung der beiden Herren, der Typ in Schürzchen beim Klo Putzen und dem damit verbundenen Missverständnis und und und war doch eher den Münsteraner Kollegen sehr ähnlich und gar nicht Anti.
Oli Scratch 04.10.2011 | 09:15:17
FortunistNächsten Sonntag (09.10.) ermitteln in »Das erste Opfer« wieder die Indieboys aus Stuttgart.
Richy Müller/Lannert ist ein,äääääh, I.N.D.I.E.B.O.Y. ?
nachonils 04.10.2011 | 09:57:35
arty arty kunstkritik
nee, der Kolleesch der aussieht wie der junge Jens Lehmann
Oli Scratch 04.10.2011 | 10:21:15
Fortunist
Lise (?) hatte ihn hier im Forum einst so tituliert,ich weiß. Aber der Teufel steckt im Plural.
RadeBrecht 04.10.2011 | 10:58:19
Danke, Sie können rühren.im scheinbar immer dünner werdenden Feld der Sonntagabendkommisssare.
Für mich werden es gefühlt immer mehr Tatort-Kommissare.
Ansonsten hat mich die Tatsache, dass Borowski die Sarah Brandt nicht erkannt hat und dass sie plötzlich so anders war, dort sowas wie eine Bio-Bäuerin, hier eine ehemalige Informatik-Studentin, auch verwirrt.
Editiert von
RadeBrecht am 04.10.2011 11:04:20
slushpuppy 07.10.2011 | 14:47:48
die letzten beiden tatorts waren für mich endlich mal wieder lohnenswert, vor allem der münster tatort wurde dem tatort etos, was anspruchsvolles fernsehen angeht gerecht, da das thema intersexualität aufgegriffen und interessant bearbeitet wurde.
der borowski tatort war lustig, denn die figur der rothaarigen bösen frau, die dann gleich noch als hexe durchging, war natürlich total überzogen. aber es war einige lacher wert. in sachen prollo und escort tante überstrapazierte der tatort wieder einmal die klischees. etwas dezenter bitte, mit den klischees um sich schmeißen.
snorej 07.10.2011 | 19:22:36
umi is back.
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