Thomas D und Smudo packen aus
Crossover – wir waren dabei!
13.09.2011, 09:51, Text:
Intro
Thomas D und Smudo waren mit ihren Bands Son Goku und Megavier beim Crossover-Wahnsinn dabei.
Megavier: Weihnachten 1993 lacht sich die Alternative-Rockband Megalomaniax aus Frankfurt für ihr Konzert im Rahmen eines »Judgement Night«-Abends als Rapper Die Fantastischen Vier an. Das ursprünglich singuläre Spaß-Projekt wird im Jahr darauf doch fortgesetzt und mündet in eine Platte und Tour.
Son Goku: Die spirituell angehauchte Weltverbesserer-Kiffer-Kommune M.A.R.S. (Moderne Anstalt Rigoroser Spakker) aus der Vulkaneifel bringt (nach dem offiziellen Ende von Crossover) 2002 mit »Crashkurs« noch einen Nachklapp zum Date zwischen Rap und Rock raus. Dabei sind unter anderem Mitglieder von Chumbawamba, Thumb, Fritten+Bier. Und Thomas D von den Fantastischen Vier.
Smudo, wann hast du das letzte Mal die Megavier-CD gehört?
Smudo: Gar nicht so lange her. In Vorbereitung auf die letzte Tour, da war ich mit der Familie auf Malle und bin viel laufen gewesen am Strand und habe mich dabei durch verschiedene Dekaden Fanta-Sachen gehört. Mir gefällt noch heute, wie sehr es zupackt.
Crossover ist ja so ein Team-Ding. Wie kamt ihr mit den Megalomaniax aus?
Im Vorfeld haben die uns eine Woche eingeladen zum Proben, unterwiesen uns vor Ort dann aber vornehmlich im Äppler-Saufen. Am Schluss bekamen wir den Ehren-Bembel verliehen!
Und das Ganze sollte eigentlich eine einmalige Sache bleiben?
Ja. Aber nach einem weiteren Gig bei dem Festival unseres Managers Bär kam das so gut an beim Publikum und der Plattenfirma, dass die Frage im Raum stand: Warum gibt's da keinen Tonträger? Und dann machten wir halt einen – aber ganz kleinklein gerechnet: in zwei Wochen im Studio runtergerotzt, mit 30.000 verkauften Einheiten geplant. Letztlich wurden es dann 70.000, und es gab eine super Tour in kleinen Läden ... Das alles war ein Ausflug, der uns damals sehr gutgetan hat.
Gab es je die Idee, da noch mal dran anzuknüpfen?
Nee, trotz des Live-Spaß' stellt es künstlerisch keine große Herausforderung dar, ein Crossover-Album aus bestehenden Songs zu machen. Und mal ehrlich, im Jahr 1994 Crossover zu machen war schon so hip nicht – und das später auch noch zu wiederholen ...
War also »alles nur für den Kick, für den Augenblick«?
Na, der Bassist der Megalos Andi Wilda, der hat immer mal wieder Gastsprecherrollen bei uns gehabt. Am tollsten als Türsteher mit Schwester S. auf dem Album »Viel«.
Die Band selbst gibt es aber nicht mehr?
Nee, Megalomaniax haben sich in dem Jahr nach Megavier getrennt.
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