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Mein Song und seine Geschichte

Roberto Blanco »Ein bisschen Spaß muss sein«

27.07.2011, 13:06, Text: Felix Scharlau
[7 Kommentare]

Auch oder gerade hinter Songs, bei denen man panisch den Sender wechselt, findet sich so manch erzählenswerte Geschichte. Roberto Blanco, 73-jährige kubanisch-stämmige Schlagerikone, gibt Einblick in die Hintergründe seines bekanntesten Stücks.

»Ich erinnere mich noch gut, wie man mir das Lied vorgestellt hat. Das stammt ja nicht von mir, das ist von Christian Bruhn und dem Texter Günter Loose. In den 70ern war das normal – ich habe schon viele, viele Stücke von vielen Komponisten gesungen. Man rief mich damals an, ich glaube, Produzent Ralph Siegel selbst war das, und sagte: ›Hier, Roberto, wir haben einen ganz tollen Titel für dich. Hör dir den mal an.‹ Und ich fand ›Ein bisschen Spaß muss sein‹ super – das Lied und der ganze Text haben mir sofort gut gefallen. Also sagte ich: ›Okay, machen wir.‹ Also haben wir's gemacht, und das war's.


Was ich damals für ein Gefühl hatte? Ich weiß nicht, gar keins. Ich hatte da schon so viele Songs gehabt, von denen ich dachte, die werden Welthits, dann aber keine wurden. Andere, von denen man das Gefühl hatte: ›Ach, das wird doch nichts‹, sind plötzlich doch erfolgreich geworden. ›Ein bisschen Spaß muss sein‹ kam aber sofort gut an, das war direkt ein Riesenerfolg. Bis heute. Die Leute stehen auch jetzt noch auf und singen mit. Ein zeitloses Lied, ja, das ist das richtige Wort: zeitlos. Ich hatte zwar Songs, die weiter oben in den Charts waren als der, aber das ist nicht wichtig. Der Unterschied ist: ›Ein bisschen Spaß muss sein‹ ist Kult. Viele Songs, die früher in den Top 10 waren, singt schon lange niemand mehr, deshalb sind die nicht wichtig. Was jeder Interpret will, ist ein Lied wie dieses. Eines, das nach 30 Jahren noch gesungen wird.

Das Stück hat mein Leben nicht verändert, wie so viele Leute denken. Schon vorher hatte ich sehr erfolgreiche Lieder. ›Heute so, morgen so‹ zum Beispiel. ›Ein bisschen Spaß muss sein‹ hat natürlich geholfen, aber ›verändert‹? Verändert hat sich dadurch für mich nichts, ich war vorher ja nicht unbekannt. Dass ich mit dem Song so stark verbunden bin, ist die Sicht der anderen. Das ist immer so beim Showbusiness: Ein bestimmter Song kam immer gut an, der Sänger ist immer noch da, fertig. Aber ich freue mich, dass die Leute mich mit diesem Stück schon so viele Jahre konfrontieren. Wenn ich über die Straße gehe und die Menschen rufen: ›Hey, Roberto! Ein bisschen Spaß muss sein!‹, dann finde ich das schön. Bei Auftritten habe ich den Song immer gesungen – natürlich auch viele andere Sachen –, aber das war schon mein Hauptsong. Den kann man nicht oft genug singen. Wie oft das genau war, kann ich nicht sagen, nicht einmal grob schätzen.

Ich bin Christian Bruhn dankbar, dass er mir diesen Song geschrieben hat. Er hat mir immer wieder Stücke angeboten, vieles hat dann aber nicht geklappt. Aber immer, wenn wir uns sehen, grüßen wir uns herzlich. Wenn er noch einen anderen Song wie diesen gehabt hätte, hätte ich den auch sofort gesungen. Aber so was kann man eben nicht aus dem Ärmel schütteln.«



Ein bisschen Spaß muss sein

Ein bisschen Spaß muss sein,
dann ist die Welt voll Sonnenschein.
So gut wie wir uns heute versteh'n,
so soll es weitergeh'n.

Ein bisschen Spaß muss sein,
dann kommt das Glück von ganz allein.
Drum singen wir tagaus und tagein,
ein bisschen Spaß muss sein.

Heute Nacht feiern wir,
machen durch bis um vier.
Fragen nicht nach Zeit und Geld,
weil es dir und auch mir so gefällt.

(Refrain)

Draußen wird's langsam hell,
und die Zeit geht viel zu schnell.
Noch ein Glas und einen Kuss,
ja, und dann ist noch lange nicht Schluss!

(2x Refrain)


Mehr Songs und ihre Geschichte gibt es unter www.intro.de/spezial/meinsong.

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aus Intro #195 (September 2011)
 
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  • User: der kackofant
  • der kackofant 15.08.2011 | 15:14:19
    kannibalist
    [zitat]Auch oder gerade hinter Songs, bei denen man panisch den Sender wechselt, findet sich so manch erzählenswerte Geschichte.[/zitat]

    hier ist das aber offensichtlich nicht der fall. was soll das? wo ist die story?

  • User: summer_smell
  • summer_smell 20.08.2011 | 19:56:03

    das dachte ich auch beim lesen.

  • User: fabian wolff
  • fabian wolff 23.08.2011 | 14:35:10

    »Er hat mir immer wieder Stücke angeboten, vieles hat dann aber nicht geklappt. Aber immer, wenn wir uns sehen, grüßen wir uns herzlich. Wenn er noch einen anderen Song wie diesen gehabt hätte, hätte ich den auch sofort gesungen. Aber so was kann man eben nicht aus dem Ärmel schütteln.«


    Pures Gold, ganz unironisch.

  • User: fabian wolff
  • fabian wolff 23.08.2011 | 15:57:27

    Ich kanns nicht erklären. Das würde den Zauber vernichten?

  • User: Malheur
  • Malheur 23.08.2011 | 19:18:37

    Aber so was kann man eben nicht aus dem Ärmel schütteln.
    Immerhin hat Christian Bruhns Ärmel die Schlagerszene zehn Jahre lang mit eiserner Faust regiert, bis er ins Fernsehen abgewandert ist.

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