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Boys Noize

Unser Mann in Amerika

14.07.2011, 12:11, Text: Roland Wilhelm

Paul Kalkbrenner und Modeselektor nennen ihn »unseren Mann in Amerika« und spielen damit auf den immensen Erfolg von Alex Ridha alias Boys Noize in der neuen Welt an. Intro Autor Roland Wilhelm konnte sich bei Boys Noize letztem London Gastspiel davon überzeugen, dass auch im guten alten Europa sein Electro-Techno-Bastard den Nerv der Zeit trifft.


Paradoxerweise scheint der Party-Stress entspannend auf Alex Ridha zu wirken. Kaum in London angekommen, wo er abends im neuen In-Club XOYO auflegen wird, fährt er zum Rough Trade Shop an der Brick Lane. Seelenruhig und ausgiebig hört er sich dort durch die neuesten Maxis, um nicht wenige davon zu kaufen. Ebenfalls in der Tüte gesichtet: das neue Alben von Cold Cave und eine Best-Of-CD der Sparks. Sein Kaufverhalten ende nicht bei der Musik, für die er steht, gibt er zu Verstehen.

Also ordentlich wummernden Electro und Techno. Dass Ridha dem Pop zugetan ist, kann man auch an der Liste seiner Auftragsarbeiten sehen: Kelis, Gonzales, Bloc Party, Depeche Mode, Tiga, Marilyn Manson, Scissor Sisters und nicht zuletzt die Black Eyed Peas wurden bereits von ihm geremixt oder produziert.

Wie Popstar-mäßig er selbst mittlerweile auf der Insel verehrt wird, zeigt sich sofort, als Ridha später um kurz nach ein Uhr nachts die Bühne des XOYO in East London betritt: Sofort brandet Wie Popstar-mäßig er selbst mittlerweile auf der Insel verehrt wird, zeigt sich sofort, als Ridha später um kurz nach ein Uhr nachts die Bühne des XOYO in East London betritt: Sofort brandet frenetischer Jubel auf, gefolgt von »BOYS NOIZE! BOYS NOIZE!«-Sprechchören.

Richtig heftig wird es dann, als er sein Set beginnt: Bei den ersten Beats gibt es einen mächtigen Schub nach vorne und die Kids in der ersten Reihe haben gar keine andere Wahl, als sich am DJ-Pult abzustützen.

Das kippt folglich fast um, Ridha schafft es gerade noch, sich dagegenzustemmen und dadurch Schlimmeres zu verhindern. Hier zahlt sich aus, dass er seit ein paar Jahren nur noch mit CDs auflegt und nicht mehr mit Vinyl. Denn solche Momente hat er einfach zu oft erlebt, und die empfindlichen Nadeln der Plattenspieler können die Erschütterungen, die die irrsinnige Euphorie bei seinen Sets mit sich bringt, nun mal nicht vertragen. Dementsprechend lacht sich Ridha kaputt, lässt sich ansonsten aber von dem Zwischenfall nicht im geringsten irritieren – macht allerdings zunächst mit weniger harten Tracks weiter, während die Sicherheitskräfte versuchen, die Lage vor der Bühne in den Griff zu kriegen. Nicht so einfach bei vier Mann gegen 800 betrunkene Raver.

Nicht nur einmal drohen sogar die Boxentürme umzukippen und müssen von hinten abgestützt werden. Kollektives Ausflippen, der Schweiß tropft von der Decke. Auf der Tanzfläche liegen überall Flaschen, wo keine Füße sind. Gefangene macht hier keiner. Nach knapp zwei Stunden dann urplötzlich die Ernüchterung: Musik aus, Licht an, Sperrstunde! Der Club hat nun mal keine »Late Licence«. Aber wohin man auch blickt: nur glückliche Gesichter. Auch bei Boys Noize. Der nimmt noch ein Bad in der Menge und muss sogar einen nackten Busen signieren.

Ein richtiger Popstar eben. Wie Popstar-mäßig er selbst mittlerweile auf der Insel verehrt wird, zeigt sich sofort, als Ridha später um kurz nach ein Uhr nachts die Bühne des XOYO in East London betritt: Sofort brandet frenetischer Jubel auf, gefolgt von »BOYS NOIZE! BOYS NOIZE!«-Sprechchören. Richtig heftig wird es dann, als er sein Set beginnt: Bei den ersten Beats gibt es einen mächtigen Schub nach vorne und die Kids in der ersten Reihe haben gar keine andere Wahl, als sich am DJ-Pult abzustützen. Das kippt folglich fast um, Ridha schafft es gerade noch, sich dagegenzustemmen und dadurch Schlimmeres zu verhindern. Hier zahlt sich aus, dass er seit ein paar Jahren nur noch mit CDs auflegt und nicht mehr mit Vinyl. Denn solche Momente hat er einfach zu oft erlebt, und die empfindlichen Nadeln der Plattenspieler können die Erschütterungen, die die irrsinnige Euphorie bei seinen Sets mit sich bringt, nun mal nicht vertragen. Dementsprechend lacht sich Ridha kaputt, lässt sich ansonsten aber von dem Zwischenfall nicht im geringsten irritieren – macht allerdings zunächst mit weniger harten Tracks weiter, während die Sicherheitskräfte versuchen, die Lage vor der Bühne in den Griff zu kriegen.

Nicht so einfach bei vier Mann gegen 800 betrunkene Raver. Nicht nur einmal drohen sogar die Boxentürme umzukippen und müssen von hinten abgestützt werden. Kollektives Ausflippen, der Schweiß tropft von der Decke. Auf der Tanzfläche liegen überall Flaschen, wo keine Füße sind. Gefangene macht hier keiner. Nach knapp zwei Stunden dann urplötzlich die Ernüchterung: Musik aus, Licht an, Sperrstunde! Der Club hat nun mal keine »Late Licence«. Aber wohin man auch blickt: nur glückliche Gesichter. Auch bei Boys Noize. Der nimmt noch ein Bad in der Menge und muss sogar einen nackten Busen signieren. Ein richtiger Popstar eben.

Boys Noize Live//Melt!
Freitag
Bench Main Stage
02:00 Uhr

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